Vor fünfzig Jahren verstarb der mexikanische Autor José Revueltas
José Revueltas wurde am 20.11.1914 in Santiago Papasquiaro/Durango geboren. Wegen seiner politischen Aktivitäten wurde er bereits als Jugendlicher inhaftiert, und später wegen seiner Kritik zuerst aus der kommunistischen und später aus der sozialistischen Partei ausgeschlossen. Als Aktivist bei der Studentenbewegung 1968 wurde er für das sogenannte Massaker von Tlatelolco mitverantwortlich gemacht und erneut inhaftiert. In seinen mehrfach Jahre dauernden Haftzeiten entstanden viele seiner Essays, Gedichte, Drehbücher, Romane und Erzählungen. 1974 erhielt er den mexikanischen Nationalpreis.
In deutscher Übersetzung erschienen neben vielen Texten in Anthologien und Zeitschriften zwei kleine Bände mit Erzählungen und Essays („Die Schwester, die Feindin“ von 1991 und „Die schwarze Katze der Verfassung im dunklen Zimmer der mexikanischen Politik“ von 1997), die sein Credo als Schriftsteller und politscher Aktivist dokumentieren:
"Ich glaube im Innersten, daß man sich nicht zum Komplizen der Lügen und Kompromisse machen darf, der zeitgenössische Künstler muß seine eigene Revolte hinausschreien und verstehen lassen, daß wir in einer unerträglichen, grausamen und hoffnungslosen Welt leben; und wenn die Dinge sich nicht ändern, ein neues Bewußtsein nicht erscheint, wird die Menschheit dabei enden, sich selbst zu zerstören."
Schonungslos offen und mit atemloser Sprache geschrieben läßt Revueltas die Gestalten seiner Geschichten entstehen, die (Mit-)Gefangenen, die Hungernden, die Arbeitslosen und die Indios, sie alle, die in der grausamen Wirklichkeit Mexikos dahinvegetieren.
José Revueltas starb am 14. April 1976 in Mexiko-Stadt.

