Der peruanische Autor Alfredo Bryce Echenique ist verstorben
Alfredo Bryce Echenique wurde am 19. Februar 1939 in Lima geboren. Er begann Jura und Literaturwissenschaften in Lima zu studieren, setzte sein Studium ab 1963 in Frankreich fort, wo er später auch an verschiedenen Orten in Schulen und Universitäten unterrichtete. Bevor er 1999 wieder nach Peru zurückkehrte, lebte er seit 1984 als freier Schriftsteller in Madrid.
Von seinen zahlreichen preisgekrönten Romanen sind drei deutsche Übersetzungen erschienen; außerdem wurden einige übersetzte Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht.
2000 erschien der amüsante und melancholische Roman „Küss mich, du Idiot“ (La amigdalitis de Tarzán). Die Geschichte erzählt von einem jungen peruanischen Lyriker, der auf den Spuren seines berühmten Landsmannes César Vallejo in Paris lebt, wo er sich seinen Unterhalt auf den Straßen der Stadt verdient. Seine Liebe zu einem verwöhntem Töchterchen aus gutem Hause aber kann sich nur in Briefen und sehr seltenen Zusammentreffen ausdrücken und realisieren.
Die Erzählung „Ein Frosch in der Wüste“ (Un sapo en el desierto) ist die Geschichte einer Jugend - keine besonders aufregende Geschichte, manchmal langweilt sie sogar und wird zu den schwächeren Werken des Autors gezählt.
Ausgerechnet sein frühester Roman von 1970, mit dem Bryce Echenique weltbekannt wurde, „Eine Welt für Julius“ (Un mundo para Julius), wurde in deutscher Übersetzung erst 2002 publiziert. Es ist der Roman einer untergegangenen Welt und einer vergangenen Kindheit. Ein zauberhaftes Buch, leicht und anrührend erzählt und doch ohne die Augen zu verschließen vor den himmelschreienden Zuständen in der peruanischen Gesellschaft.
Alfredo Bryce Echenique starb am 10. März 2026 in Lima.

