Rosa, João Guimarães
João Guimarães Rosa wurde am 27. Juni 1908, in Cordisburgo, im Bundesstaat Minas Gerais geboren. Er studiert Medizin und praktizierte als Arzt im Landesinneren von Minas Gerais. Gleichzeitig erschienen seine ersten Erzählungen.
Ab 1934 war Guimarães Rosa im diplomatischen Dienst. Von 1938 bis 1942 war er Generalkonsul seines Landes in Hamburg. Zusammen mit seiner zweiten Frau Aracy verhalf er zahlreichen verfolgten Juden zur Flucht aus Nazideutschland. Nach Brasiliens Kriegserklärung gegen die Achsenmächte war er mehrere Monate in Baden-Baden interniert.
Neben seiner diplomatischen Tätigkeit (zuletzt als Botschafter im Außenministerium) veröffentlichte er zahlreiche Romane und Erzählungen, darunter sein Epos Grande Sertão. Veredas, das ihn weltberühmt machte. Die Themen seiner Romane und Erzählungen, für die er eine neu geschaffende Sprache kreierte, fand er im Sertão, in dem er jahrelang lebte und für dessen Natur, Lebensformen und Kultur er sich interessierte.
Guimarães Rosa sprach und las ca. ein Dutzend Sprachen, verstand einige deutsche Dialekte und studierte über zehn Grammatiken anderer Sprachen.
Drei Tage nach seiner Antrittsrede in der Academia Brasileira de Letras, am 19.11.1967 starb Guimarães Rosa in Rio de Janeiro an einem Herzinfarkt.
„ ... man stirbt, um zu beweisen, dass man gelebt hat. Die Menschen sterben nicht, sie werden verzaubert. Die Welt ist magisch“, hatte er in dieser Rede gesagt.
„Guimarães Rosa zu lesen bedeutet an einem Abenteuer im magischen Reich der Wörter teilzuhaben.“ (Nilce Sant’Anna Martins)
Er schrieb in einer eigenwilligen Syntax, erfand eine Fülle neuer Wendungen und Wörter, setzte Begriffe aus verschiedenen Wurzeln und Sprachen zusammen (Ray-Güde Mertin).
„Diese Methode könnte das Risiko der Unverständlichkeit in sich bergen, doch der Schriftsteller vollbringt das Wunder, die unverfälschte Frische der verbalen Ausdruckskraft freizusetzen, ohne etwas von der Klarheit, dem plastischen Erscheinungsbild der Dinge, das bereits in der Poesie der Namen ins Auge springt, zu opfern“ (Claudio Magris).
Foto: Figur von Zé Andrade © Foto K. Küpper
Titel:
Großer Sertão: Querungen

