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Martínez ElNinoMartínez, Óscar / |́ Martínez, Juan José: Man nannte ihn El Niño de Hollywood
Leben und Sterben eines Killers der Mara Salvatrucha.
Aus dem Spanischen von Hans-Joachim Hartstein.
München: Antje Kunstmann, 2019. 315 S. + 22 ungez. S. mit Bildteil, geb., SU. 25,00 €.
O: El Niño de Hollywood. Cómo Estados Unidos y El Salvador moldearon a un sicario de la Mara Salvatrucha 13. Mexiko City 2018. 
978-3-95614-323-6

Die Länder Zentralamerikas haben die höchsten Mordraten der Welt. Millionen Menschen fliehen vor der Gewalt, die dort zwischen verfeindeten Gangs herrscht. Wer sind die jungen Männer, die sich den Banden anschließen und denen ein Menschenleben nichts wert zu sein scheint? Welche Rolle spielten die USA bei der Entstehung ihrer Strukturen? Eine hochspannende Reportage über einen Killer der Mara Salvatrucha 13.
Jährlich versuchen Tausende von Menschen, aus Zentralamerika in die USA zu fliehen. Länder wie El Salvador leiden unter einem entsetzlichen Bandenkrieg und verzeichnen die höchsten Mordraten der Welt. Die Mara Salvatrucha 13 allein hat dort geschätzte 40.000 Mitglieder: junge Männer ohne Perspektive, die sich im tödlichen Wettstreit mit den Rivalen Status und Respekt erwerben.
Miguel Ángel Tobar, genannt El Niño de Hollywood, ist einer von ihnen. Schon als Junge wird er zum skrupellosen Mörder für die MS-13, und später ihr Opfer: Als die Gang seinen Bruder ermordet, schwört er Rache. Seine Zeugenaussagen helfen, mehr als dreißig ranghohe Mitglieder der MS-13 vor Gericht zu stellen. Doch die Mara kennt kein Erbarmen, und der salvadorianische Zeugenschutz ist dürftig.
Auf der Grundlage von Interviews mit El Niño, ehemaligen Gangmitgliedern, Polizisten und jahrelanger Recherche zeichnen die Brüder Martínez in ihrer spannenden Reportage nicht nur das erbärmliche Leben und Sterben eines Killers der MS-13 nach. Sie erzählen auch, wie die Mara Salvatrucha in den Achtzigern in den USA entstand, wie abgeschobene Kriminelle die Gangkultur in die bürgerkriegszerrütteten Heimatländer exportierten und seitdem die Straßen beherrschen. Ein so faktengesättigtes wie erschütterndes Porträt aus dem Inneren einer der gefährlichsten Gangs der Welt.
»Martínez’ politisches Engagement und seine schriftstellerische Kunst, auch die schlimmsten Fakten erzählerisch behutsam zu vermitteln, sind außergewöhnlich. Ein Leuchtturm des mutigen Journalismus ...« (Michi Strausfeld)
(Verlagsinformation)
 
Die Autoren:

Óscar Martínez wurde 1978 in El Salvador geboren und ist Journalist. Er gilt als einer der renommiertesten investigativen Journalisten Zentralamerikas. Seine Reportagen erregen immer wieder öffentliches Aufsehen und wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Auf Deutsch erschien 2016 Eine Geschichte der Gewalt.
Juan José Martínez wurde 1986 in El Salvador geboren und ist Anthropologe und Autor. Er befasst sich seit Jahren mit der Rolle von Gewalt in der Welt der organisierten Kriminalität Zentral-¬ und Nordamerikas und hat zahlreiche akademische Studien, wissenschaftliche Beiträge, Artikel und Bücher zum Thema veröffentlicht.
Hans-Joachim Hartstein, geboren 1949, übersetzt seit 1980 französisch- und spanischsprachige Literatur. Er hat u. a. Werke von Georges Simenon, Léo Malet, Luis Goytisolo, Juan Madrid, Marina Mayoral, Leonardo Padura und Ernesto Che Guevara ins Deutsche übertragen.
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