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Mutis, Álvaro: Die Abenteuer und Irrfahrten des Gaviero Maqroll
Alle sieben Romane.
Aus dem Spanischen von Katharina Posada und Peter Schwaar.
Zürich: Unionsverlag, 2019). Taschenbuch-Paket – sieben Bände, ca. 1216 S., br., 49,00 €.
Die Bände sind auch einzeln erhältlich – siehe unten
978-3-293-26011-5
 

Mit Maqroll, dem Gaviero – dem Späher im Mastkorb –, hat Álvaro Mutis eine der vielschichtigsten und faszinierendsten Figuren der Literatur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Maqroll, der philosophische Abenteurer und belesene Seefahrer, ist nirgends zu Hause und immer unterwegs. Getrieben von einer rastlosen Suche irrt er über die Meere und Flüsse dieser Erde, durch den dichtesten Urwald, das Hochland der Anden und die Abgründe der Hafenstädte. Mit jeder Reise zieht er den Kreis enger um sein eigenes Ich, dessen Unergründlichkeit ihn stets aufs Neue scheitern lässt.
Die sieben Romane: Der Schnee des Admirals; Ilona kommt mit dem Regen; Ein schönes Sterben; Die letzte Fahrt des Tramp Steamer; Das Gold von Amirbar; Abdul Bashur und die Schiffe seiner Träume; Triptychon von Wasser und Land. (Verlagsmitteilung)
 

Zu der 2005 erschienen Ausgabe in einem Band schrieb unser Rezensent:
Nun liegen die wunderbaren Romane um den Gaviero Maqroll endlich alle geschlossen in einem Band vor. Mit überarbeiteten Ausgaben der fünf bereits vorliegenden und den erstmals übersetzten zwei Romanen (Abdul Bashur – Soñador de navíos und Triptico de mar y terra ), die im Original 1991 und 1993 erschienen. Im ersten Band (Der Schnee des Admirals) wird von einer Flußreise durch den kolumbianischen Urwald erzählt. Maqroll ist auf der Suche nach einem Sägewerk und reflektiert dabei in einer „inneren Reise“ sein bisheriges Leben und – Scheitern. Im zweiten Band (Ilona kommt mit dem Regen) landet er in einer Hafenstadt in Panama, wo er mit seiner früheren Geliebten Ilona ein außerordentliches Bordell eröffnet. Im dritten Band (Ein schönes Sterben) übernimmt Maqroll einen dubiosen und gefährlichen Auftrag, gerät in undurchschaubare Bürgerkriegswirren und bricht schließlich zu seiner nächsten Fahrt auf. Im vierten Roman (Die letzte Fahrt des Tramp Steamer) erfährt der Erzähler in den langen tropischen Nächten einer Flußreise die tragischer Liebesgeschichte des Schiffsführers Jon Iturri. Das Gold von Amirbar, der fünfte Roman, ist das spannende Abenteuer einer Schatzsuche in den Anden. Abdul Bashur, den wir schon aus Die letzte Fahrt des Tramp Steamer kennen, ist der Protagonist des sechsten Romans (Abdul Bashur und die Schiffe seiner Träume). Zurückgezogen lebt Maqroll schließlich im letzten Teil (Tryptichon von Wasser und Land) auf Mallorca und kümmert sich um ein verlassenes arabisches Kind. „Ich bin ein wenig müde vom Umherirren. Diese gewaltsamen Versuche des Menschen, die Welt zu verändern, habe ich immer nur auf zweierlei Weise enden sehen: entweder in barbarischen, von flachen Ideologien durchsetzten Diktaturen ... oder aber in einträglichen Geschäften, von denen eine Handvoll Zyniker profitiert.“ Die Romane haben keine durchgehende chronologische Abfolge. Sie sind miteinander verschränkt, verschiedene Ereignisse tauchen in anderen Romanen aus anderer Perspektive wieder auf. Beim Lesen ist immer der Eindruck einer feuchten tropischen Hitze spürbar, die keine Aktion zuläßt in einer ohnehin hoffnungslosen und deprimierenden Umwelt, in der der Protagonist auf der Suche nach unbekannten Zielen notwendig immer wieder scheitern muß. „Seit meiner frühesten Kindheit hat mich der Gedanke des Scheiterns beschäftigt ... Es gibt keine Sieger.“ Ein wunderbares Schmökerpaket!
(Klaus Küpper, BzL)
 
 
Katharina Posada, geboren in Leipzig, wuchs in Bogotá, Kolumbien, auf. Sie studierte Germanistik, Romanistik und Philosophie und lebt in Heidelberg.
Peter Schwaar wurde am 6.8.1947 in Zürich geboren. Nach seinem Studium der Germanistik und Musikwissenschaft arbeitete er beim Zürcher Tages-Anzeiger. Er ist heute freiberuflicher Übersetzer und hat bisher Werke von u. a. Miguel Barnet, Adolfo Bioy Casares, Jorge Ibargüengoitia, Alexandro Jodorowsky, Tomás Eloy Martínez, Álvaro Mutis und Carlos Ruiz Zafón ins Deutsche übertragen.
Peter Schwaar erhielt 1994 den Übersetzerpreis der Spanischen Botschaft in Deutschland. Er lebt in Barcelona.
 
 
Der Autor:
Álvaro Mutis wurde am 25.8.1923 in Bogotá geboren; seine Kindheit verbrachte er in Belgien. Er war Journalist, Lyriker und Prosaautor. 1956 ging er nach Mexiko, wo er auf Veranlassung der diktatorischen Regierung in Bogotá 15 Monate in einem berüchtigten Gefängnis saß. Auch nach Rückkehr zur Demokratie kehrte Mutis nicht mehr nach Kolumbien zurück. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Mutis starb am 22.9.2013 in Mexiko-Stadt.
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