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Laferrière GranaterLaferrière, Dany: Granate oder Granatapfel – was hat der Schwarze in der Hand?
Roman.
Aus dem Französischen von Beate Thill.
Heidelberg: Das Wunderhorn, 2021. 309 S., geb., 25,00 €.
O: Cette grenade dans la main du jeune Nègre est-elle une arme ou une fruit? Paris 2016.
(Zuerst 1993 erschienen)
978-3-88423-659-8

Ein junger schwarzer Schriftsteller, der gerade seinen ersten Romanerfolg hinter sich hat, erhält von einem bekannten Magazin an der Ostküste den Auftrag, eine große Reportage über Nordamerika zu schreiben. Ein Roadtrip nach dem Vorbild von Jack Kerouac: Er ist pausenlos unterwegs, schreibt alles auf, was er vor Ort erlebt, was ihm Leute berichten, was in Zeitungen und Büchern steht. Er knipst Hunderte von Fotos, führt Gespräche mit Filmgrößen wie Spike Lee, dem Rapper Ice Cube und schreibt über Miles Davis und Jean-Michel Basquiat. James Baldwin schaltet sich aus dem Himmel dazu. In einer Abfolge von Tableaus werden verschiedene Themen wie Macht, Rassismus, Gewalt, Sex und Armut behandelt. Das Buch zeichnet zugleich das Portrait eines jungen, kultur- und freiheitsliebenden Schriftstellers inmitten eines Amerikas, das seine Versprechen nicht immer hält.
Dany Laferrière, der gern mit Stereotypen und Klischees spielt, taucht in gewohnter Manier in die Tabus und Rassenfantasien seines Gastlandes ein, durchleuchtet die amerikanische Gesellschaft in all ihren Kontrasten, von den ärmsten Ghettos zu den wohlhabenden Gegenden. Ein ungemein hellsichtiges, vollständiges, auch die heutigen Verhältnisse kennzeichnendes Panorama Nordamerikas.
Der halbdokumentarische Roman, der ein wichtiger Teil des amerikanischen Autobiograpie-Zyklus ist, wurde 1993 veröffentlicht und 2002 von Dany Laferrière überarbeitet. Der Titel bezieht sich auf den Fall Amadou Diallo, einem jungen Guineer, der von New Yorker Polizeibeamten erschossen wurde, als er gerade seine Schlüssel aus der Tasche holen wollte. (Verlagsinformation)

Beate Thill, geb. 1952 in Baden-Baden, wuchs zweisprachig deutsch-französisch auf. Seit 1983 ist sie freischaffende literarische Übersetzerin der Sprachen Englisch und Französisch, mit dem Schwerpunkt Literatur aus Afrika und der Karibik. Daneben arbeitet sie als Dolmetscherin bei Filmfestivals, Funk und Fernsehen und verfasst Texte zur Übersetzungstheorie. Sie ist Übersetzerin von Assia Djebar (Friedenspreis 2000) und des kongolesischen Lyrikers Tchicaya U Tam´si. Sie entdeckte den Romanautor, Dichter und Kulturkritiker Edouard Glissant für den deutschen Buchmarkt und hat seine Werke übersetzt sowie eine Anthologie seiner Gedichte herausgegeben und übersetzt. Für die Übersetzung von Laferrières Roman „Das Rätsel der Rückkehr“ wurde sie 2014 mit dem Internationalen Literaturpreis vom Haus der Kulturen der Welt ausgezeichnet. Beate Thill lebt in Freiburg.

Der Autor:

Dany LaferriereDany Laferrière, geboren 1953 in Port-au-Prince, Haiti, arbeitete zunächst als Journalist bis er sich unter dem Druck des politisch repressiven Klimas 1976 gezwungen sah, nach Montréal auszuwandern. Dort verdiente er sein Geld u.a. als Fabrikarbeiter. 1985 veröffentlichte er seinen ersten Roman unter dem provokativen Titel Comment faire l'amour avec un nègre sans se fatiguer (Übersetzung: Die Kunst, mit einem Neger zu schlafen, ohne müde zu werden), der ihn als Autor unmittelbar bekannt machte. In der Folge veröffentlichte er zehn weitere Romane. Er wurde mit dem Prix Carbet de la Caraïbe und dem Buchpreis des französischen Auslandsrundfunks ausgezeichnet. Für seinen Roman L'énigme du retour (Das Rätsel der Rückkehr) erhielt er 2009 den prestigeträchtigen Prix Médicis.
"Das Rätsel der Rückkehr" ist seine erste Veröffentlichung im deutschen Sprachraum; der Autor erhielt - zusammen mit seiner Übersetzerin - im Frühjhar 2014 dafür den Internationalen Literaturpreis vom Haus der Kulturen der Welt.
Der Autor lebt in Montréal und Miami.
(Verlagsinformation)
(Foto: © Verlag Das Wunderhorn)

Titel:

Ich bin ein japanischer Schriftsteller

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