Aktuelles

Dalambert MauerDalembert, Louis-Philippe: Die blaue Mauer
Roman. Aus dem Französischen von Christine Ammann
Zürich: Nagel & Kimche, 2021. 319 S., geb., SU, 24,00 €
O: Mur méditerranée. Paris 2019.
978-3-312-01208-4
Drei unterschiedliche Frauen – Dima, eine aus wohlhabenden Verhältnissen stammende Syrerin, Chochana aus Nigeria und Semhar aus Eritrea – finden sich an Bord eines Kutters wieder, vereint in der gleichen Hoffnung auf ein neues Leben in Europa. Dima lebte ein privilegiertes Leben in Aleppo, bis die ersten Autobomben zu explodieren begannen. Die unternehmungslustige und ehrgeizige Chochana, ein verwöhntes Kind ihrer jüdischen Igbo-Gemeinde in Nigeria, wollte Jura studieren, bevor Dürre und Armut sie zwangen, aus ihrem Land zu fliehen. Semhar träumte davon, Lehrerin zu werden, bevor sie zum endlosen nationalen Dienst in der eritreischen Armee eingezogen wurde, wo sie sich weigerte, ihre Jugend zu verlieren.
Louis-Philippe Dalembert zeichnet ebenso einfühlsame wie unbeschönigende und humorvolle Porträts der drei Protagonistinnen. Während der schrecklichen Fahrt auf dem behelfsmäßigen Boot zeigen sie eine Solidarität, die ihre so verschiedenen Herkünfte nicht hätte vermuten lassen. Inspiriert von der Tragödie eines Bootes mit illegalen Einwanderern, das 2014 von einem dänischen Öltanker gerettet wurde, legt Dalembert hier einen eindringlichen Roman über Migration und Exil vor. (Verlagsinformation)
Christine Ammann übersetzt seit über 20 Jahren fiktionale und nicht fiktonale Texte aus dem Italienischen, Französischen und Englischen. Zu ihren übersetzten Autoren gehören David G. Haskell, Stefano Mancuso und Gianluigi Nuzzi. 2016 wurde sie mit dem Förderpreis zum Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet. (Nagel und Klimche)

Der Autor:

DalembertLouis-Philippe Dalembert wurde am 8.12.1962 in Port-au-Prince, Haiti, geboren. Nach einer journalistischen Ausbildung und einem Literaturstudium in Haiti schloss er sein Studium in Paris ab. Nach Stationen in Nancy, Rom, Jerusalem und Kinshasa lebt Dalembert heute in Paris und Port-au-Prince. Im deutschsprachigen Raum war er zweimal als Gastprofessor tätig, an der Universität Bern 2015 und in Berlin an der FU 2018/2019. Für seine Romane, Kurzgeschichten und Gedichtbände erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Übersetzt erschienen bisher vier Romane: „Die Insel am Ende der Träume" (L’île du bout des rêves), „Gottes Bleistift hat keinen Radiergummi" (Le crayon du bon Dieu n’a pas de gomme), „Jenseits der See“ (L'autre face de la mer) und „Die Götter reisen in der Nacht“ (Les dieux voyagent la nuit). „Die blaue Mauer“ war nominiert für den Prix Goncourt 2019, erhielt den Prix de la Langue française 2019 und den Choix polonais, Liste Goncourt 2019.
(Photo: © Gisèle Pinaud)

Titel:
Die Götter reisen in der Nacht
Jenseits der See

Die blaue Mauer

Wir benutzen Cookies
Lateinamerkiaarchiv.de benutzt Cookies auf der Website. Diese sind rein technisch und essenziell für den Betrieb der Seite, es werden keine Tracking Cookies verwendet und Ihr Surfverhalten auf unseren Seiten wird nicht ausgewertet. Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.