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Gumucio TransitkindGumucio, Rafael: Transitkind
Roman.
Aus dem chilenischen Spanisch übersetzt von Benjamin Loy.
Zürich: Edition 8, 2020. 196 S., geb., 21,20 €.
O: Memorias prematuras. Santiago de Chile 2010.
978-3-85990-387-6

Das lateinamerikanische Exil im Paris der 1970er Jahre: Mit seinen Eltern und seiner Grossmutter vor der Militärdiktatur Augusto Pinochets geflüchtet, wächst der junge Chilene Rafael Gumucio zwischen den chaotischen Sitzungen sozialistischer Polit-Komitees und den verlorenen Träumen einer ganzen Generation auf. Während seine Eltern bald ihre eigenen (und getrennten) Wege finden, mit ihrem Schicksal umzugehen, sucht Rafael in Gesprächen mit der Statue Victor Hugos und dem lieben Gott nach Antworten auf die grossen Fragen in einer Welt, in der das Leben stets ein Provisorium zu sein scheint. 
Als einige Jahre später die Namen der Familie auf den Listen der begnadigten Exilanten erscheinen, die nach Chile zurückkehren dürfen, macht das die Dinge auch nicht einfacher: Rafael kommt zurück nach Santiago, in eine Stadt und eine Gesellschaft, die ihm fremd und vertraut zugleich sind und wo das Leben zwischen der Gewalt der Militärs und den Hoffnungen auf die Rückkehr zur Demokratie schwankt. Und dann gilt es in all dem Chaos auch noch erwachsen zu werden … (Verlagsinformation)

Benjamin Loy ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität zu Köln und Koordinator des Forschungsprojekts Reading Global. Constructions of World Literature and Latin America. 2019 erschien seine Dissertation „Roberto Bolaños wilde Bibliothek - eine Ästhetik und Politik der Lektüre“.

Der Autor:

Rafael Gumucio, geboren am 15. Januar 1970 in Santiago de Chile, Anna-Seghers-Preisträger ist einer der bekanntesten Autoren und Journalisten seiner Generation. Gumucio hat mit seinem ursprünglich schon 1999 publizierten Roman Memorias prematuras in Chile ein ganzes Genre autobiografischen Schreibens über die Zeit der Militärdiktatur (und ihr langsames Ende) begründet. Mit der rabiaten und zugleich zärtlichen Stimme eines Jugendlichen, der beständig zwischen Angst und Aufbruch, zwischen Resignation und Auflehnung pendelt, beschrieb er als einer der ersten facettenreich das Schicksal jener Generation der Nachgeborenen der gescheiterten lateinamerikanischen Revolutionen und bereitete damit den Weg für Autoren wie Alejandro Zambra oder Nona Fernández.

Titel:

Transitkind

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