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Zum hundertsten Geburtstag der Lyrikerin Idea Vilariño aus Uruguay

Idea Vilariño wurde am 18.8.1920 in Montevideo geboren. Sie studierte Literaturgeschichte, die sie später auch an Schulen unterrichtete. 1985 erhielt sie einen Lehrstuhl für Literatur an der Universität ihrer Heimatstadt (während der Militärdiktatur von 1973 bis 1985 hatte sie Berufsverbot). Als Literaturwissenschaftlerin wurde sie mit Untersuchungen zu Tangotexten bekannt sowie als Übersetzerin von Shakespeare, Graham Greene, Raymond Queneau u.a..
Ihre Bedeutung als herausragende Dichterin ihrer Generation wurde spät erkannt und endgültig populär wurde sie mit dem Band Poemas de amor von 1957. Die Sprache ihrer Gedichte wird „unter zunehmenden Verzicht auf Metaphern und Adjektive glanzloser aber zugleich tiefer und direkter, bis hin zur Zerstörung syntaktischer Kohärenz. Verzweiflung an der Scheinhaftigkeit des Lebens oder Ekel vor der Allgegenwart des Todes durchzieht als eine der wichtigsten Konstanten ihr weiteres Werk“ (D. Reichardt) Vilariño schrieb schon früh politische Gedichte (gegen den Militärputsch in Guatemala, zur kubanischen Revolution und zum Tod Che Guevaras). Sie war Parteigängerin der Tupamaros und ihre Gedichte wurden z.T. vertont und – interpretiert u. a. von Daniel Viglietti – mitunter zu Volksliedern. Auch die Hymne des uruguayanischen Widerstandes gegen die Militärdiktatur Los orientales, stammt von Idea Vilariño.
In der Übersetzung von Peter Schultze-Kraft, Erich Hackl und Dorothee Engels erschien 2005 eine immer noch lieferbare zweisprachige Auswahl ihrer Gedichte mit einem informativen Nachwort von Erich Hackl unter dem Titel „An Liebe“ (eine Überarbeitung der Erstausgabe von 1994).
Idea Vilariño starb am 28.4.2009 in Montevideo.

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