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Onetti Werft st4847Onetti, Juan Carlos: Die Werft
Roman.
Aus dem Spanischen von Curt Meyer-Clason.
Revidiert von Jürgen Dormagen und Gerhard Poppenberg.
Berlin: Suhrkamp, 2017. st 4847. 235 S., kt., 12,00 €.
O: El astillo. Buenos Aires 1961
978-3-518-46847-0
 
Fünf Jahre nach seiner Vertreibung aus Santa María kehrt der Zuhälter Larsen, genannt »Leichensammler«, zurück und lässt sich von Jeremías Petrus zum Hauptgeschäftsführer von dessen Werft machen, die im Zustand des heillosen Ruins ist. Mit seinen alten Zuhälterkniffen umwirbt er Petrus' Tochter Angélica Inés, um in das erstrebte Patrizierhaus zu gelangen. Die Monate seiner versuchten Revanche an Santa María werden schließlich zu einer ›Winterreise‹ ins »Zentrum der vollkommensten Einsamkeit«.
Die Werft in ihrem zähen, absurden Verfall und ihr neuer »Geschäftsführer« Larsen, der sie wider alle Vernunft, hoffend ohne Hoffnung zu erhalten sucht – Onettis Meisterwerk von 1961 ist von seinen Lesern immer auch sinnbildlich verstanden worden. Es ist aber die romanhafte Konkretion der darin erzählten Geschichte, die es so lebendig und berührend macht. (Verlagsinformation)
 
Curt Meyer-Clason wurde am 19.9.1910 in Ludwigsburg geboren. Er war gelernter Kaufmann und wurde in Brasilien von 1942 bis 1944 auf der Insel Ilha Grande als feindlicher Ausländer interniert. Hier entwickelte sich seine Leidenschaft für Literatur und er wurde, zurückgekehrt in Deutschland, als Übersetzer und Herausgeber zum bedeutendsten Vermittler der lateinamerikanischen Literatur. Zu den Autoren und Autorinnen, die er durch seine Arbeiten im deutschsprachigen Raum erstmals bekannt machte, gehören u.a. Drummond de Andrade, Mário de Andrade, García Márquez, Lispector, Cabral de Melo Neto, Roa Bastos, Guimarães Rosa, Vallejo, sowie zahlreiche spanische und portugiesische Schriftsteller. Meyer-Clason starb am 14.1.2012 in München.
 
Der Autor:
 
OnettiJC c SVJuan Carlos Onetti wurde am 1. Juli 1909 in Montevideo geboren.
Er arbeitete in seiner Jugend zunächst als Kellner, Portier und Verkäufer. Anfang der 30er Jahre lebte er zeitweise in Buenos Aires, später erneut von 1941 bis 1955. 1957 wurde er Direktor der Städtischen Bibliotheken von Montevideo, erhielt 1974 den Nationalpreis für Literatur und lebte seit 1975 im Exil in Madrid.
Seine Bedeutung als einer der größten Prosaautoren Lateinamerikas wurde relativ spät erkannt. Für Carlos Fuentes ist sein Werk das „Fundament der lateinamerikanischen Moderne". Viele seiner Bücher liegen mittlerweile übersetzt vor, sie sind besprochen in: BzL 2002/03 und den drei folgenden Verzeichnissen der Neuerscheinungen.
Dem Suhrkamp-Verlag ist es zu verdanken, daß jetzt eine weltweit erste Onetti-Werkausgabe erscheint und die Übersetzungen dabei neu durchgesehen, gründlich revidiert und um bisher Unveröffentlichtes ergänzt werden.
Juan Carlos Onetti starb am 30.5.1994 in Madrid.
(Foto: © Suhrkamp Verlag)

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