Sträter, Thomas: 
Feste und Proteste

Straeter FesteSträter, Thomas: 
Feste und Proteste
Literatur und Musik in der lateinamerikanischen Moderne bei Jorge Luis Borges, 
Mário de Andrade, Alejo Carpentier und José María Arguedas
Berlin: edition tranvía, 2010. Tranvía Sur. Bd. 21. 414 Seiten, br., 36,00 €
978-3-938944-41-7

Mit verschärfter Dringlichkeit stellte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für spanisch- und portugiesischsprachige Künstler und Intellektuelle in Lateinamerika die Forderung nach einer charakteristischen nationalen Kultur ihrer Heimatländer. Nach über hundertjähriger politischer Unabhängigkeit galt es, Werke zu schaffen, die sowohl den internationalen Avantgarden als auch den eigenen Traditionen verpflichtet sein sollten. Die entscheidende Rolle innerhalb des literarischen Moderne-Projektes spielte erstaunlicherweise der Rückgriff auf autochthone Musikgenres: Im unerhörten Zusammenspiel von Literatur und Musik feiern sprachliche Feste und Proteste selbstbewusst im Zeichen von Widerspruch und Differenz zu Europa ihre nationalen wie lateinamerikanischen Identitäten.
Vier Autoren aus verschiedenen Regionen Lateinamerikas werden beispielhaft vorgestellt und Verbindungslinien zwischen ihnen aufgezeigt. Die Funktion der Musik in den literarischen Schöpfungen des Argentiniers Jorge Luis Borges, des Brasilianers Mário de Andrade, des Kubaners Alejo Carpentier sowie des Peruaners José María Arguedas entpuppt sich dabei als herausragendes Element der Transkulturation in Lateinamerika. (Verlagsinformation)

Thomas Sträter ist Leiter der Portugiesisch-Brasilianischen Abteilung am Seminar für Übersetzen und Dolmetschen der Universität Heidelberg. Als Romanist lehrte er an den Universitäten Köln, Frankfurt/M. und Wien. Zu literatur- und kulturwissenschaftlichen Themen der europäischen wie lateinamerikanischen Iberoromania veröffentlichte er zahlreiche Aufsätze. Seine Studie über Machado de Assis und die Photographie wurde 2006 mit dem Itamaraty-Preis des brasilianischen Außenministeriums und der Brasilianischen Akademie für Sprache und Literatur ausgezeichnet. Für die Neue Zürcher Zeitung schreibt er Essays und Rezensionen.