[Argentinien] Küpper, Klaus: Bibliographie der argentinischen Literatur

Kuepper Bibl ArgKüpper, Klaus: Bibliographie der argentinischen Literatur
Prosa, Lyrik, Essay und Drama in deutscher Übersetzung
Köln: Verlag Klaus Küpper, 2010. XIII, 482 S., geb., 48,00 €. (Bezug über den Verlag)
978-3-9813005-0-5

Die Bibliographie der ins Deutsche übersetzten argentinischen Literatur erfaßt den Zeitraum der ersten Zeugnisse von 1861 bis heute und setzt damit die bisherigen vorhandenen bibliographischen Arbeiten fort. Hervorzuheben ist die Aufnahme von sogenannten unselbständigen Veröffentlichungen, also Texte aus Anthologien und Periodika.
Bibliographiert ist die sogenannte belletristische Literatur unter Einbeziehung der nicht immer eindeutig festlegbaren Arbeiten essayistischen Charakters. Aufgenommen wurden ferner dramatische Dichtungen, auch Bühnenmanuskripte. Erstmals erfaßt wurden Bücher in Blindenschrift, Hörbücher für Blinde, allgemeine Hörbücher, Comics (keine Cartoons), Buchkunstausgaben, Unikate und Einblattdrucke.
Die Arbeit soll damit erneut, wie schon bei den Bibliographien für Brasilien (1994) und Portugal (1997), die vorherrschende Praxis der ausschließlichen Erfassung von selbständigen Veröffentlichungen durchbrechen.
Alle Werke wurden autopsiert; Ausnahmen bilden einige dramatischen Dichtungen und die erstmals erfaßten Ausgaben für Sehbehinderte. Bei den nur schwer zugänglichen Zeugnissen aus Zeitungen und Zeitschriften findet sich eine entsprechende Anmerkung.
Die bibliographischen Daten bestehen aus Angaben über: Autor/Autorin, Herausgeber/Herausgeberin, Titel, Kategorie (z. B. Roman), Übersetzer/Übersetzerin, ggfls. Illustratoren, Originaltitel mit Ort und Jahr, Ort/Verleger, Erscheinungsjahr, Umfang, Format, ISBN.
Analog dazu wurde mit den Angaben der Werke aus Anthologien und Periodika verfahren.
Es wurden alle Auflagen ermittelt – auch Buchklubausgaben. Bei Prosa- oder Lyriksammlungen einer/s Autorin/Autors wurden alle Einzeltitel aufgeführt.
Bei den selbständigen Titeln wurden alle bis Anfang September 2010 erschienenen Werke bibliographiert. Die systematische Untersuchung der ausgewählten Periodika endete meist mit den Jahrgängen 2009, d.h. mit ihrer Verfügbarkeit in den öffentlichen Bibliotheken; allgemein zugängliche Zeitschriften wurden bis Mitte 2010 untersucht. (Aus der Einleitung)
Das Buch, geschmackvoll gebunden, liegt gut in der Hand und schmeichelt den Zahlen und Karteikarten verliebten Blick des Archivars und all jenen, die bislang mühsam in öffentlichen Bibliotheken Informationen zu übersetzen argentinischen Büchern suchen mussten. Lobend hervorzuheben ist, dass selbst verstreute Veröffentlichungen junger Autoren der argentinischen Literatur wie Cecilia Pavón und Samantha Schweblin, Fabián Casas und Washington Cucurto, Félix Bruzzone und Lucía Puenzo in Fanzines und literarischen Zeitschriften zu finden sind. Die Bibliographie füllt somit eine bislang bestehende Lücke in der lexikalischen Erfassung der argentinischen Literatur in deutscher Übersetzung, lädt aber auch ein, auf Entdeckungsfahrt zu gehen, und sollte in keiner gut sortierten Bibliothek der Republik fehlen. (Timo Berger)