Kurtenbach, Sabine u. a. (Hrsg.) Zentralamerika heute. Politik - Wirtschaft - Kultur

Kurtenbach ZentralamerikaKurtenbach, Sabine u. a. (Hrsg.) Zentralamerika heute. Politik - Wirtschaft - Kultur
Hrsg von Sabine Kurtenbach, Werner Mackenbach, Günther Maihold und Volker Wünderlich.
Frankfurt a. M.: Vervuert, 2008. Bibliotheca Ibero-Americana, 115. 864 S., br., 44,00 €.
978-3-86527-347-5

Dieses monumentale Buch steht im Kontext einer Reihe von Überblicksdarstellungen, die umfassende Einblicke in die Realität der jeweils behandelten Länder geben wollen (bisher erschienen: Spanien, Mexiko, Chile, Argentinien und Kuba). In dem vorliegenden Fall beschäftigt sich die Publikation sogar mit einer ganzen Region, nämlich der Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika mit den sieben Ländern Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica und Panama. Die Entscheidung der Herausgeber, Zentralamerika als Einheit zu betrachten, ist – neben der geringen Größe der Einzelländer – in erster Linie politisch begründet. So wird davon ausgegangen, die Zukunft Zentralamerikas lasse sich längerfristig nur durch eine Intensivierung des regionalen Integrationsprozesses positiv gestalten. Dementsprechend ist die Mehrzahl der Beiträge nicht national ausgerichtet, sondern widmet sich vielmehr übergreifenden Entwicklungen innerhalb der Region.
Die Gliederung des Bandes gestaltet sich eher konventionell: Man verfolgt das bewährte Schema einer recht geografisch geprägten landeskundlichen Einführung, an die sich weitere Abschnitte zu den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie ein letztes Kapitel zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Zentralamerika anschließen. Hinter diesen Überschriften versteckt sich allerdings eine erstaunliche Vielzahl von Themen, in der sich eigentliche alle Schlagworte, die dem Leser zu den zentralamerikanischen Staaten einfallen könnten, wieder finden. Beispiele dafür sind etwa Beiträge zu den Bereichen Ökotourismus und Naturschutz, Vergangenheitsbewältigung, ethnische Vielfalt, maquiladoras, gewalttätige Jugendbanden, Solidaritätsbewegung und prominenten Einzelpersonen wie Ernesto Cardenal; auch ein Artikel zu den nationalen Klischees und Stereotypen der zentralamerikanischen Länder fehlt nicht. Beigefügt ist dem Buch schließlich noch eine Chronologie der historischen Entwicklung von 300 n. Chr. bis Juni 2008. Wer sich also über grundlegende Aspekte der Region Zentralamerika informieren will, der ist mit diesem Sammelband gut beraten.
Ulrike Bock, BzL