[Kuba] Wulffen, Bernd: Kuba im Umbruch

Wulffen Kiba UmbruchWulffen, Bernd: Kuba im Umbruch
Von Fidel zu Raúl Castro.
Berlin: Ch. Links Verlag, 2008. 271 S., br., 16,90 €.
978-3-86153-486-0

Hatte Wulffens erstes Buch über Kuba (Eiszeit in den Tropen – Botschafter bei Fidel Castro, Berlin 2006) noch aufgrund der Schilderung etlicher Details aus der Sicht eines „westlichen" Botschafters einen positiven Gesamteindruck hinterlassen, so sind viele der Schilderungen dieses neuen Bandes einfach nur ärgerlich.
Sein Anspruch, „Einblick in den gegenwärtigen Zustand der größten Karibikinsel zu gewähren" bleibt in allen der vier großen Kapitel zu Raul Castro, der kubanischen Wirtschaft, der Innen- sowie der Außenpolitik größtenteils oberflächlich und schemenhaft. Neben kleinen Ungenauigkeiten und Fehlern stören vor allem die ständigen Wiederholungen von bereits Gesagtem und die sehr einseitig bis teilweise naiv wirkenden Einschätzungen der kubanischen Opposition. Fragwürdig bleibt vor allem auch seine These bzw. Hoffnung, dass Kuba sich wahrscheinlich unter Raul Castro – wenn der nicht noch zu viel Rücksicht auf seinen ideologisch verbohrten Bruder nehmen müsse – schon bald zu mehr Reformen in Richtung auf westliche Demokratiemodelle hin entwickeln würde. Auch wenn er selbst im „Ausblick" auf S. 261 schreibt: „Spekulationen wollte ich keine anstellen", wirkt doch leider vieles in diesem Buch, wie zum Beispiel seine nebulösen Hoffnungen auf eine „heimliche, unsichtbare Opposition" in Staat und Partei, als genau ebensolche: wilde Spekulation und demonstrative Einseitigkeit.
Klaus Brieskorn, BzL