[Argentinien] Mario Villani / Fernando Reati: Desaparecido

DesaparecidoMario Villani / Fernando Reati: Desaparecido
Erinnerungen aus einer Gefangenschaft
Aus dem Spanischen übersetzt von Helga Lion und Nathalie Weschitz
Mit einem Vorworten von Manfred Nowak und Raul Zaffaroni.
Wien: Löcker, 2016. edition pen Bd. 47, 256 S., br., 22,00 €.
O: Desaparecido. Memorias de un cautiverio. Buenos Aires 2011.
978-3-85409-811-9

Mario Villani wird von bewaffneten Männern in Buenos Aires entführt und so zu einem Desaparecido – einem Verschwundenen. Dieses Buch gibt seiner traumatischen Erfahrung eine literarische Form und ist zugleich Zeugnis eines dunklen Kapitels der argentinischen Geschichte.
Der Physiker Mario Villani lehrt an der Universität von La Plata und arbeitet für die Atomenergiebehörde in Argentinien. Im November 1977 wird der damals 38-Jährige von einer Gruppe bewaffneter Männer auf offener Straße in Buenos Aires entführt. Bis August 1981 fehlt von ihm jede Spur. Drei Jahre und acht Monate wird er in fünf geheimen Folter- und Gefangenenlagern versteckt und als Arbeitskraft missbraucht: Club Atlético, Banco, Olimpo, Pozo de Quilmes und ESMA (Escue la de Mecánica de la Armada). Als er seine Freiheit wiedererlangt, tritt er als Zeuge vor der CONADEP-Kommission (Comisión Nacional sobre la Desaparición de Personas) auf, sagt im Prozess gegen die Junta im Jahr 1985 aus, in Frankreich, Spanien und Italien sowie 2010 in den als ABO (Atlético – Banco – Olimpo) und ESMA bekannten Verfahren. Nach vielen Jahren, in denen er immer wieder als Zeuge aussagt, wächst in ihm das Bedürfnis, die Erinnerungen an seine Zeit in den Lagern und seinen harten Kampf ums Überleben zu veröffentlichen. Fernando Reati führt in Miami zwischen 2008 und 2010 zahlreiche Interviews mit ihm.
Fernando Reati, geb. in Córdoba, Argentinien, unterrichtet derzeit Lateinamerikanische Literatur an der Georgia State University, Atlanta, mit dem Schwerpunkt argentinische Literatur in der Zeit nach der Militärdiktatur, die Aufarbeitung der Traumata und der Politik des Erinnerns. Reati gründete an der Universität das Zentrum für Menschenrechte und Demokratie.
(Verlagsinformation)