[Argentinien] Verbitsky, Horacio: Der Flug


Verbitsky FlugVerbitsky, Horacio: Der Flug
Wie die argentinische Militärdiktatur ihre Gegner im Meer verschwinden ließ.
Aus dem Spanischen von Sandra Schmidt.
Vorwort von Wolfgang Kaleck.
Wien: Mandelbaum Verlag, 2016. 199 S., englbr., 19,90 €.
O: El vuelo. Buenos Aires 1995.
978385476-499-1

Verlagsankündigung - Besprechung folgt:
„Eine christliche Art zu sterben ...“ nannte die Katholische Kirche die Methode, Regimegegner betäubt, aber lebendig, aus Flugzeugen ins Meer zu werfen. Nach fast 20 Jahren des Schweigens gestand zum ersten Mal ein beteiligter Militär, Adolfo Scilingo, gegenüber dem argentinischen Journalisten Horacio Verbitsky diese grausamen Verbrechen ein. Das daraus entstandene Buch El vuelo markierte einen Wendepunkt in der argentinischen Geschichte. Es löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus, nicht zuletzt über die Frage nach Schuld und Verantwortung für die Verbrechen der Militärdiktatur (1976 - 1983), und trug so zu deren Aufarbeitung bei.
Das Buch ist in mehrere Sprachen übersetzt und die Gespräche wurden Bestandteil des Prozesses gegen Scilingo in Spanien, wo er bis heute im Gefängnis sitzt.
40 Jahre nach Beginn der Diktatur ist die juristische Aufarbeitung der Verbrechen noch immer nicht abgeschlossen.
Mit einem Vorwort von Wolfgang Kaleck und einem aktualisierten Epilog von Horacio Verbitsky.

Horacio Verbitsky, geboren am 11.2.1942 in Buenos Aires, ist ein bekannter argentinischer Journalist und Leiter des 1979 gegründeten Centro de Estudios Legales y Sociales (Zentrum für Rechts- und Gesellschaftsstudien) (CELS) in Buenos Aires. Seine aufklärerischen Artikel und Buchveröffentlichungen, die sich vor allem mit der Aufdeckung von Skandalen der Regierung Menem und den Verbrechen der Militärjunta befassten, erhielt er zahlreiche Preise und weltweite Anerkennung.
Wolfgang Kaleck, Anwalt in Berlin, leitet das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR). 2015 erschien von ihm bei Hanser: Mit Recht gegen die Macht. Unser weltweiter Kampf für die Menschenrechte.
Sandra Schmidt, geboren 1971 im Rheinland, studierte Romanistik, Geschichte und Sportwissenschaft in Köln und Buenos Aires. Sie ist freie Journalistin und arbeitete lange für Monitor und andere Dokumentationen im Fernsehen. Sie lebt in Berlin und Köln.