[Mexiko] Anders, Ferdinand: Von Schönbrunn und Miramar nach Mexiko

anders SchönbrunnAnders, Ferdinand: Von Schönbrunn und Miramar nach Mexiko
Leben und Wirken des Erzherzog-Kaisers Ferdinand Maximilian
Graz: ADEVA, 2009. 335 S., geb., ca. 300 s/w und Farb-Abb., 39,00 €.
978-3-201-01899-9

Dieses Buch stellt gewissermaßen ein Denkmal für Maximilian, österreichischer Erzherzog und später Kaiser von Mexiko, dar. Ziel des Autors ist es, dem Bild der historischen Person Maximilian noch unbekannte Facetten hinzuzufügen und ihn als „eine der vielseitigsten und schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts" zu etablieren. Zu diesem Zweck teilt Anders sein Buch in drei Hauptteile. Zunächst soll der Lebensweg Maximilians nachgezeichnet werden; bereits nach wenigen Seiten fokussiert der Autor allerdings auf die Annahme der mexikanischen Kaiserkrone und die Situation des dort errichteten Zweiten Kaiserreichs, das von 1864-67 Bestand hatte. Da der Autor die Meinung vertritt, der Maximilianforschung mangele es an Quellenstudien, wird der insgesamt recht spärliche Text von zahlreichen Abbildungen wie offiziellen Porträts, zeitgenössischen Karikaturen, Münzen und Titelblattfaksimilés gesäumt. Dies erschwert zum Einen die Lektüre, zum Anderen fragt sich der Leser nach Sinn und Zweck der Abbildungen, die zumeist nur den Charakter von Illustrationen erhalten und nicht systematisch als Quellen ausgewertet werden.
Der zweite Teil des Buches ist den Schloss- und Gartenschöpfungen Maximilians gewidmet. Auch hier finden sich ausführliche Dokumentationen von Grundrissen, Bauskizzen und Außenansichten der verschiedenen geplanten und umgesetzten Bauten, welche die gestalterische Ader Maximilians verdeutlichen sollen. Der dritte Teil dokumentiert schließlich die militärische Niederlage des Kaiserreichs und Maximilians Erschießung bei Querétaro. Ein Anhang aus wissenschaftlichem Apparat und weiteren Abbildungen beschließt das Buch.
Insgesamt wird nicht klar, welches Publikum diese Veröffentlichung erreichen will. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten vermisst man eine klare Fragestellung und eine stringente Behandlung des Themas. Darüber hinaus scheint das Buch aber lediglich für Maximilian-Adepten interessant. So bleibt die Darstellung im Großen und Ganzen auf der Stufe des Personenkultes und einer enzyklopädischen Wissenssammlung.
Ulrike Bock, BzL