Rinke, Stefan / Fischer, Georg / Schulze, Frederik (Hrsg.): Geschichte Lateinamerikas vom 19. bis zum 21. Jahrhundert

Rinke LA QuellenRinke, Stefan / Fischer, Georg / Schulze, Frederik (Hrsg.): Geschichte Lateinamerikas vom 19. bis zum 21. Jahrhundert
Quellenband
Stuttgart: Metzler, 2009. 378 S., 30 s/w Abb., mit Zeittafel, kart., 9,95 €.
978-3-476-02296-7

In diesem und in den kommenden Jahren werden viele Nationen Lateinamerikas den 200. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit von den Kolonialmächten feiern und damit eine zusätzliche Aufmerksamkeit auf ihre Länder lenken. Jüngstes Beispiel war der Ehrengast Argentinien der Buchmesse 2010 (und 2013 wird Brasilien nach 1994 erneut Buchmessenschwerpunkt sein!). Mit den historischen Umbrüchen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Lateinamerika, ausgelöst letztlich durch die revolutionären Entwicklungen in Frankreich, dem Beispiel der Vereinigten Staaten und der Schwäche Spaniens und Portugals, beginnt der Quellenband. Die einzelnen historischen und thematischen Abschnitte sind übersichtlich bis in die jüngste Zeit gegliedert und werden mit kurzen Einführungen und Erläuterungen vorgestellt. Die sich anschließend wiedergegebenen, insgesamt 189 Quellentexte wurden eigens ins Deutsche übersetzt. Außer den schriftlichen Zeugnissen werden Abbildungen von Kunstwerken, Karikaturen, Karten und Schaubilder als Quellen herangezogen. Den Herausgebern kam es dabei darauf an, den unterschiedlichen Sichtweisen (zumeist der Lateinamerikaner selbst) auf die Ereignisse im gesamten geographischen Raum des Subkontinents - von Haiti bis Chile - Raum zu geben. Dazu gehören die schon erwähnten Geschehnisse im Zusammenhang mit den Unabhängigkeitsbestrebungen, die wirtschaftlichen Entwicklungen und sozialen Bewegungen bis hin zur mexikanischen Revolution, die Veränderungen in Politik und Gesellschaft, die Militärdiktaturen und deren Ende bis hin zu den neuen indigenen Bewegungen in den letzten Jahren.
Der empfehlenswerte Band ergänzt die diversen, oft objektiv daherkommenden historischen Darstellungen aus eurozentrischer Sicht durch eine Vielfalt von Quellen (und „Selbstzeugnissen") , die bisher nur schwer zugänglich, bzw. noch nicht übersetzt vorlagen. Unverzichtbar für alle, die sich intensiver mit der Geschichte Lateinamerikas auseinandersetzen wollen.
Klaus Küpper, BzL