Humboldt, Alexander von: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas

Humboldt AnsichtenHumboldt, Alexander von: Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas
Ü. a. d. Franz. von Claudia Kalscheuer. Ediert und Nachwort von Oliver Lubrich und Ottmar Ette.
Frankfurt a. M.: Eichborn, 2009. 446 S. m. 69 Tafeln, Folio-Format, geb., 29,95 €. (Sonderausgabe)
978-3-8218-4538-8

Fast zweihundert Jahre mußten vergehen, bis eines der berühmtesten Werke Humboldts nunmehr vollständig auf Deutsch vorliegt. Die Vues des Cordillères et Monumens des Peuples Indigènes de l' Amérique erschien in den Jahren 1810 bis 1813 in Paris in einer kleinen Auflage im Groß-Folio-Format. Die farbigen und s/w Tafeln, viele davon im Großformat und ausklappbar, sind in der vorliegenden Pracht-Ausgabe in den Text integriert. Das gesamte Werk ist eigentlich eine Sammlung verschiedener Ansichten, die z. T. auf Zeichnungen Humboldts zurückgehen und von ihm beschrieben werden. Es handelt sich um Naturdenkmäler, wie die natürlichen Brücken von Icononzo, den Wasserfall von Tequendama oder den Vulkan Cotopaxi. Zwei der Ansichten geben Kulturzeugnisse wider, wie ein aztekisches Basrelief vom großen Platz in Mexiko-Stadt, Handschriften und Gemälde aus verschiedenen aztekischen Codices oder dem Innere des Hauses des Inka in Cañar. Die disparate Anordnung der Tafeln (es gibt keine geograpische oder kulturelle Reihenfolge) begründet Humboldt mit den Schwierigkeiten bei der Überwachung der technischen Umsetzung (die Tafeln wurden in Italien, Frankreich und Deutschland angefertigt) und er gibt den Lesern und Leserinnen eine Orientierungshilfe an die Hand, indem er Landschaften und Kulturzeugnisse nach „Hochland von Mexiko" und „Berge Südamerikas", sowie „mexikanisch" und „peruanisch", aufgliedert. „Im übrigen", so fährt Humboldt fort, „ist der Mangel an Ordnung, der in gewissem Maße durch den Vorzug der Abwechslung ausgeglichen wird, in den Beschreibungen eines Pittoresken Atlas weniger tadelnswert als in einer sysematischen Abhandlung." Also: viele vergnügliche Stunden – die Anstrengung mit „systematischen Abhandlungen" ist weiter unten beschrieben.
Klaus Küpper, BzL