Stephens, John Lloyd: Die Entdeckung der alten Mayastätten

Stephens EntdeckungStephens, John Lloyd: Die Entdeckung der alten Mayastätten
Ein Urwald gibt seine Geheimnisse preis.
Übersetzt von Ernst Bartsch.
Wiesbaden: Edition Erdmann, 2018. 240 S., mit s/w Abb., Karten, Ln., SU, 24,00 €.
O: Incidents of Travel in Central America, Chiapas and Yucatan.
978-3-7374-0043-5
 
Am 3. Oktober 1839 brechen John L. Stephens und Frederick Catherwood zu einer Forschungsreise nach Mittelamerika auf, ohne zu ahnen, was sie an atemberaubenden Entdeckungen und gefährlichen Abenteuern erwartet: Sie entdecken die seit fast 1000 Jahren vom Dschungel bedeckten Maya-Ruinenstädte Copán in Honduras – welche Stephens sogar kauft –, Tecpán und Utatlán in Guatemala sowie Palenque und Uxmal in Yucatán, treffen Indianer, geraten in Gefangenschaft, erleben die Kriegswirren in Guatemala, einen Waldbrand, Mangel an Lebensmitteln und Moskitoplagen, quartieren sich in den alten Palästen der Maya ein, werden beinahe zum Opfer von Alligatoren und erleiden auf der Heimreise fast den Tod durch Verdursten auf einem von Windstille gefesselten und von Haien umgebenen Schiff. Detaillierte Zeichnungen und Karten der Mayastätten sowie deren lebendige Beschreibungen paaren sich mit dem abenteuerlichen Bericht ihrer Entdeckung und sorgen so für ein einzigartiges Leseerlebnis. (Verlagsinformation)
„ ... Während Stephens die alten Mayastädte beschrieb und kartierte, hielt Catherwood die Tempel Pyramiden und Stelen in genauen Zeichnungen fest. Damit legten sie den Grundstein für die Erforschung der präkolumbianischen Hochkultur. Darüber hinaus gelang Stephens eine erfrischende Schilderung der Alltagswelt der Menschen, der Schönheiten der Landesnatur und ihrer Abenteuer während der Reise. Dies und die Brisanz der Entdeckungen machten das Buch schon zu Lebzeiten des Autors zum Besteller. Auch heute noch ist es ein spannender und interessanter Bericht und ein möglicher Wegbereiter zu den berühmten Ausgrabungsstätten.“ (Helmut Schaaf, Bücher zu Lateinamerika 1994, zur ersten Auflage 1993)
 
John Lloyd Stephens wurde am 28.11.1805 in Shrewsbury, New Jersey, geboren, besuchte das New Yorker Columbia College, studierte Rechtswissenschaft und praktizierte als Anwalt. 1837 veröffentlichte er ein Buch über seine Reisen im Nahen Osten, sowie ein weiteres über seine Europareise. Der Erfolg seiner Bücher machten ihn finanziell unabhängig und schufen die damit die Grundlage für seine berühmte Maya-Expedition. Stephens hatte sich bei seinen Reisen mit Malaria infiziert, an den Spätfolgen der Krankheit ist er am 13.10.1852 in New York gestorben.
Frederick Catherwood, geboren am 27.2.1799 in Hoxton bei London war Architekt und Maler bevor er mit John Lloyd Stephens die Maya-Stätten in Mittelamerika besuchte. Ähnlich wie Stephens hatte er bereits Erfahrungen auf seinen Reisen im Vorderen Osten gesammelt, interessierte sich für die alten Kulturen und war durch seine Zeichnungen und Gemälde bekannt geworden. Nicht zuletzt durch seine detailgenauen Zeichnungen der Entdeckungen wurden die von Stephens verfassten Reiseberichte ein Welterfolg. Catherwood ertrank auf der Reise von London nach New York am 27.9.1854 beim Untergang seines Schiffes im Atlantik.
Der Übersetzer Ernst Bartsch wurde 1922 in Hundisburg bei Magdeburg geboren. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. arbeitete er bis 1988 an der Universität Leipzig als Lektor. Neben Arbeiten zur Sprachwissenschaft publizierte er auch in den Bereichen Landeskunde und Entdeckungsgeschichte.