Vargas Llosa, Mario: Alles Boulevard

VargasLL BoulevardVargas Llosa, Mario: Alles Boulevard
Wer seine Kultur verliert, verliert sich selbst
Essay. Aus dem Spanischen von Thomas Brovot.
Berlin: Suhrkamp, 2013. 226 S., geb., 22,95 €.
O: La civilización del espectáculo. 2012.
978-3-518-42374-5
- dass.: - Berlin: Suhrkamp, 2014. st 4526. 226 S., br., 10,99 €.
978-3-518-46526-4

Sieben kleine Zeitungsartikel aus der El País, die er in den Jahren 1995 bis 2011 veröffentlich hat, bilden den Rahmen oder wie Vargas Llosa er nennt, sind die „Prüfsteine", bzw. sind die „Vorgeschichte". Diese kurzen Texte hat er thematisch verbunden und zu dem vorliegenden Großessay zusammengestellt.
Darin beklagt er „die Kultur des Spektakels", den Verlust eines bestimmten Niveaus in der bildenden Kunst, in Literatur, Theater und Musik. Beweise dafür sind das von ihm Erlebte, das er in den Artikeln beschrieben hat und das unter dem Begriff Kultur daherkam aber für ihn nur auf Skandal und billige Unterhaltung aus war.
Vargas Llosa, nach seiner Metamorphose vom linken Autor zum Vertreter des Neoliberalismus, beklagt nun die Geister, die er selber mitgerufen hat. In einer Gesellschaft, die dem kapitalistischen Wirtschaften keine Schranken mehr auferlegt, wird nicht zuletzt auch die Kultur zur Ware, die mit höchstmöglichen Gewinn verkauft werden muss. Mit den bekannten und vorhersehbaren Folgen, die Vargas Llosa hier nun, gegen die er mit großer Vehemanz anschreibt. Allerdings vertritt er in seinem Essay einen engen und elitären Kulturbegriff, der sehr schnell in Bausch und Bogen verurteilt, ohne die beklagten Phänomene näher zu betrachten.
Dennoch ist das Buch lesenswert – gerade weil es an vielen Stellen zum Widerspruch herausfordert.
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:


Vargas-Llosa(c)JerryBauer SVMario Vargas Llosa wurde am 28.3.1936 in Arequipa geboren.
Er besuchte zwei Jahre lang die Kadettenanstalt in Lima, studierte Philologie und promovierte über Ruben Darío. Die sogenannte Padilla-Affäre 1971 führte zum Bruch mit dem Sozialismus und seiner Freundschaft mit Gabriel García Márquez, dessen erbitterter Gegner er war.
Vargas Llosa schreibt Essays, Romane, Erzählungen, Theaterstücke. Seine bedeutendsten Romane sind „Die Stadt und die Hunde", „Das grüne Haus", „Gespräch in der ‚Kathedrale'" und „Der Krieg am Ende der Welt" - siehe dazu auch: BzL 2002/03ff.).
Im Jahre 2010 erhielt Vargas Llosa den Literatur-Nobelpreis.
(Foto: © Jerry Bauer/Suhrkamp Verlag)

Titel:
Die Enthüllung (Hörbuch)