Huarache Mamani, Hernán: Die Lichtfrau

huarchache LichtfrauHuarache Mamani, Hernán: Die Lichtfrau
Roman. Aus dem Italienischen von Franziska Kristen
München: btb Verlag, 2009. 287 S., kt., 9,00 €. (vergriffen)
O: La Donna Della Luce.
978-3-442-73862-2

Der Gutmensch Javier Frisancho ist wahrlich vom Schicksal gebeutelt: erst verliert er seine Frau durch Krebstod, dann verunglückt er ohne eigene Schuld mit dem Auto und, kaum genesen, diagnostiziert man bei ihm einen unheilbaren Gehirntumor. Auf der verzweifelten Suche nach Heilung gerät er an dubiose Ärzte und diverse Heiler. Als er von seinem Jugendfreund von der sagenumwobenen Wiñay Marka, der Stadt der Unsterblichen erfährt, begibt er sich auf die Suche ... Der Roman ist bis dahin schon eine nur schwer ertragbare Zumutung, voll von pseudoesoterischen „Weisheiten", die in ihrer Banalität kaum zu übertreffen sind „Man darf sich niemals zu sehr an materielle Dinge wie Geld, Schmuck, Kleidung oder Grundbesitz binden, denn sie können zu Fesseln werden." (S. 62) Als Javier nach lebensgefährlichen Abenteuern in den Höhlen der Anden schließlich in der Stadt der Unsterblichen ankommt, wird der Roman endgültig ungenießbar. In penetranten Wiederholungen wird von den dort lebenden „Lichtwesen" und „Halbgöttern" berichtet, die ihren Geist verfeinert haben, „ähnlich der alchimistischen Wandlung von Blei zu Gold" (S. 225), einzig zu dem Auftrag, unsere Welt zu retten. Halleluja - auf diese Art der Rettung sollten wir dann doch getrost verzichten.
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:

7589Hernán Huarache Mamani wurde am 3. März 1943 in Chivay, einem kleinen Dorf in den Anden geboren.
Er ist Quechua und stammt aus einer Familie von Heilern und Medizinmännern. Huarache Mamani ist Professor für Kulturgeschichte und Sprache der Quechua an der Universität in Arequipa. 
Auf Deutsch erschienen bisher die Romane "Schattenfänger" und "Die Traumheilerin" (s. BzL 2007/08, S. 120f.).
Huarache Mamani lebt in Italien.
(Foto: © Hernán Huarche Mamani)

Titel:

Die Lichtfrau