Vallejo, César: Reden wir Spanisch – man hört uns zu

Vallejo RedenjpgVallejo, César: Reden wir Spanisch – man hört uns zu
Berichte aus Europa 1923–1930.
Aus dem Spanischen und Vorwort von Peter Kultzen.
Berlin: Berenberg, 2018. 132 S., HLn., fadengeheftet, 22,00 €.
O [Auswahl]: Desde Europa. Crónicas y artículos (1923-1938). Lima 1969, 1987.
978-3-946334-43-9
 
Wenn Dichter aus ihrem Wolkenkuckucksheim herabsteigen und sich mit ihrer Umgebung, beschäftigen müssen, entstehen Berichte, wie man sie hier lesen kann: Als der Peruaner César Vallejo 1923 nach Paris kam, verwirklichte er einen Traum: die »Alte Welt« kennenzulernen. Tatsächlich sollte er seine Heimat bis zu seinem Tod 1938 nicht mehr wiedersehen.
Seinen Lebensunterhalt in Europa verdiente er sich als Korrespondent lateinamerikanischer Zeitungen. Und er kam herum: auf seinen Reisen kreuz und quer durch den Kontinent, zwischen Russland auf der einen und Spanien auf der anderen Seite, und immer wieder in Paris, entstanden diese Texte. Vallejo war ein scharfer Beobachter von für ihn fremden und seltsamen Menschen und Ereignissen. Und ein Dichter, dem ein Gespür für Wahnwitz und Fantastik einen ganz neuen Blick auf überraschend aktuell und vertraut wirkende europäische Themen erlaubt. (Verlagsinformation)
 
Peter Kultzen, geboren am 20.8.1962 in Hamburg, studierte Romanistik und Germanistik in München, Salamanca, Madrid und Berlin. Er lebt als freier Lektor und Übersetzer spanisch- und portugiesischsprachiger Literatur in Berlin. Er übersetzte u. a. Werke von Sonia María Cristoff, Martín Kohan, Claudia Piñeiro, Eduardo Halfon und Roberto Bolaño. Er wurde für seine Übersetzungen bereits zweimal mit dem Preis der Botschaft von Spanien in Deutschland ausgezeichnet.
 
Der Autor:
Vallejo PicassoICésar Vallejo wurde am 16.3.1892 in Santiago de Chuco geboren. Er wollte ursprünglich Arzt werden, ein Anstellung als Lehrer ermöglchte ihm ein Philologiestudium und später ein Studium der Rechte.
Eine Reihe von Schicksalschlägen und seine andauernde Armut führte dazu, dass er das Angebot eines Freundes annahm und mit ihm 1923 nach Europa reiste. Von Paris aus reiste er in den Jahren 1928, 1929 und 1931 in die UdSSR, wurde wegen kommunistischer Kontakte 1930 bereits aus Frankreich ausgewiesen und lebte eine Zeitlang in Madrid. Ab 1932 konnte er unter Auflagen wieder in Paris wohnen. Hier nahm er nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs aktiv an der antifaschistischen Solidaritätsbewegung teil. Durch jahrelanges Hungern geschwächt, starb César Vallejo am 15.4.1938 in Paris.
Vallejo gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der spanischsprachigen Avantgarde. Er schrieb Prosa, Theaterstücke und vor allem Gedichte. In deutscher Übersetzung erschienen 1963 und 1971 zwei Auswahlbände und ein Prosatext. Eine vierbändige, zweisprachige Werkausgabe („Spanien, nimm diesen Kelch von mir“, „Menschliche Gedichte“, „Trilce“ und „Die schwarzen Boten“), übersetzt von Curt Meyer-Clason, erschien 1998ff., sie ist weiterhin über den Rimbaud Verlag lieferbar.
Zeichnung: Picasso 
Titel:
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