Dalton, Roque: Armer kleiner Dichter, der ich war

Dalton DichtrDalton, Roque: Armer kleiner Dichter, der ich war
Roman. Übersetzung aus dem salvadorianischen Spanisch und Einführung von Silvia Pappe.
Mit einem Nachruf von Julio Cortázar.
Zürich: rotpunktverlag, 1986. fracción mágica 10. 509 S., engl.br., 19,00 €.
O: Pobrecito poeta que era yo ... Costa Rica 1976.
Umschlag unter Verwendung eines Gemäldeausschnitts des chilenischen Malers Hugo Riveros Gómez, ermordet 1981 von der chilenischen Geheimpolizei.
978-3-85869-034-0 (nur noch über den Verlag lieferbar)

In diesem stark autobiographischen Roman beschreibt Dalton seinen Weg von der Poesie zur Revolution. In der Gestalt von fünf Dichtern bringt er die Komplexität dieses einen Menschen und der Geschichte des gesellschaftlichen Lebens zum Ausdruck, schreibt sich an vielen Orten und zu vielen Zeiten und löst den Prozeß in dem Engagement für die Revolution in El Salvador.
Der Roman ist auf tragische Weise nicht nur ein Abschied von dem zugleich geliebten und verachteten Dichterlein, das er war, sondern auch ein Schlußpunkt seines Lebens.
Helmut Schaaf, BzL 1987.

Sylvia Pappe (Willenegger), geboren 1954, ist Professorin (Historikerin) der an der UNAM in Mexiko; sie ist Herausgeberin, Essayistin und Übersetzerin. Sie hat zahlreiche Essays zur Geschichte und Literatur Mexikos sowie zur deutschen Literatur, u. a. eine Übersetzung von Kafkas „Die Verwandlung“ in Mexiko veröffentlicht.

Der Autor:

DaltonRoque Dalton wurde am 14.5.1935 in in San Salvador geboren. Er studierte Jura in Santiago de Chile und San Salvador. Als Mitgied der Kommunistischen Partei seiner Heimat wurde er zweimal zum Tode verurteilt; einmal rettete ihn der Sturz des Diktators López vor der Exekution, beim zweiten Mal konnte er während eines Erdbebens fliehen. Verschiedene längere Aufenthalte und Zeiten des Exils u.a. in Mexiko, Kuba und der Tschechoslowakei. Nach seiner heimlichen Rückkehr nach El Salvador schloss er sich der Revolutionären Volksarmee an und wurde wegen einer gezielten falschen Information des CIA von den eigenen Genossen am 10.5.1975 in Quezaltepeque ermordet.
Roque Dalton gehört zu den bedeutendsten mittelamerikanischen Autoren. In deutscher Übertragung erschienen neben zahlreichen Texten in Anthologien und Zeitschriften die Romane „Armer kleiner Dichter, der ich war“ (1985), „Die Welt ist ein hinkender Tausendfüssler“ (1997), ein Band mit Texten in vielfältigen Formen (Lyrik, Prosa, Zitate, Dokumente, Anekdoten u.a.m.) „Däumlings verbotene Geschichten“ (1989) und zwei Gedichtauswahlen „Y otros lugares / und andere Orte“ (1981) und „Poesiealbum“ (1987).

„Roque Dalton brachte sogar die Steine zum Lachen ... Die Lyrik Roques war wie er: zärtlich, bissig, kämpferisch. Wie gelang es dem Tod, ihn einzuholen?“ (Eduardo Galeano)

(Foto: Salvador Corratgé)