Pacheco, José Emilio: Früher oder später - Tarde o temprano

pacheco-oder-kl.jpgPacheco, José Emilio: Früher oder später - Tarde o temprano
Gedichte. Poemas 1964-2000. [Zweisprachig: Spanisch – Deutsch]
Aus dem mexikanischen Spanisch von Juana und Tobias Burghardt.
Nachwort von Tobias Burghardt. Fotoessay von Enrique Hernández-D'Jesús.
Stuttgart: Edition Delta, 2011. 235 S. br.,
15,6 × 15,6 cm,
17,50 €.
Umschlaggestaltung von Juana Burghardt.
978-3-927648-39-5

Werkauswahl aus fast vierzig Jahren, die vom dritten bis zum zwölften Band mit dem Titel Siglo pasado (Vergangenes Jahrhundert), Gedichte 1999-2000, geht. Die konstanten Themen - die Zeit und der Tod - erhellen in ihren aleatorischen Variationen seine düsteren Intuitionen: der Staub, das Meer, die Erinnerung. Eine mahnende Rolle spielen die einfühlsamen und bisweilen buddhistisch anmutenden Tiergedichte, die 1998 in Mexiko mit Zeichnungen des Künstlers und Malers Francisco Toledo unter dem Titel Album de zoología zusammengestellt wurden.
Von bestürzender Aktualität ist der apokalyptische Zyklus Las ruinas de México (Die Ruinen von Mexiko) aus den achtziger Jahren, der in Auszügen berücksichtigt wurde, angesichts der globalen Umwelt- bis Nuklearproblematik, etwa die verstärkt auftretenden Vulkantätigkeiten und Erdbeben weltweit – wie jüngst die verheerenden Katastrophen in Chile, Haiti, Sumatra, Salomonen, Italien, Türkei, Neuseeland, Japan oder an der US-Ostküste. Als würde unser Planet vielleicht nicht antworten? Noch anders gesagt, in den präzisen Worten von Octavio Paz: »Die Gedichte von Jose Emilio Pacheco schreiben sich nicht in die Welt der Natur ein, sondern in die der Kultur, und innerhalb dieser in ihre Hälfte aus Schatten. Jedes seiner Gedichte ist eine Hommage an das Nein; für ihn ist die Zeit die treibende Kraft der universellen Zerstörung und die Geschichte eine Ruinenlandschaft. Pacheco rühmt den Sieg der Natur (des Regens) über die Kultur (die Stadt). Aber transfiguriert er sie nicht, während er sie rühmt, verwandelt er sie nicht in das Wort oder, wie er sagt, in ›schnelle Musik, Kontrapunkt von Wind und Wasser‹?« (»Vuelta«, Heft 29, April 1979)
(Verlagsinformation)

Juana Burghardt wurde 1963 in Buenos Aires geboren und lebt jetzt in Stuttgart. Sie übersetzt und illustriert zahlreiche spanische, katalanische und lateinamerikanische Autoren in der "Edition Delta“.
Tobias Burghardt wurde 1961 in Essen-Werden geboren und lebt heute in Stuttgart als Lyriker, Essayist und Übersetzer neuerer Lyrik aus Lateinamerika und von der Iberischen Halbinsel. Er übersetzte u. a. Werke von Juan Gelman, Alberto Szpunberg, Roberto Juarroz, Gustavo Pereira, José Emilio Pacheco, Alejandra Pizarnik und Antonio Porchia




Der Autor:

José Emilio Pacheco wurde am 30.6.1939 in Mexiko-Stadt geboren, wo er zuletzt lebte.
Er studierte Jura und Philologie und war Professpr für Literaturwissenschaften in den USA, England, Kanada und Mexiko. Pacheco übersetzte O. Wilde, S. Beckett u. a. ins Spanische. Er schrieb Erzählungen, Romane, Essays und Lyrik, wofür er zahlreiche Literaturpreise erhielt. Im deutschsprachigen Raum wurde er durch den Roman „Der Tod in der Ferne" (Morirás lejos), den Erzählungen „Kämpfe in der Wüste" (Las batallas en el desierto) und dem Auswahlband mit Lyrik „Rückkehr zu Sisyphos" bekannt (s. BzL 1996, S. 109f. und Neuerscheinungen 2003/04, S. 61f.).
Pacheco starb am 26.1.2014 in Mexiko-Stadt.

lieferbare Titel:

Früher oder später - Tarde o temprano