Frida Kahlo: Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je

Kahlo VerlaesstFrida Kahlo: Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je
Briefe und andere Schriften.
Herausgegeben und mit einem Vorwort von Raquel Tibol.
Ü. a. d. Span. und Engl. von Lisa Grüneisen und Jochen Staebel.
München: Schirmer/Mosel 2018. 367 S., geb., 12,5 x 20,4 cm, 18,00 €.
978-3-86555-002-6
 
Nicht nur in ihren Gemälden fand Frida Kahlo (1907– 1954) einen ganz eigenen Ausdruck, auch ihre Schriften spiegeln ein Höchstmaß an Individualität und verblüffen mit Wortschöpfungen und dem Überschreiten linguistischer Grenzen. Bedingungslose Aufrichtigkeit ist ihr Thema und der Ausgangspunkt für ihre Auseinandersetzung mit der Welt. Und so bedarf es eines eigenen Vokabulars, um die immer wiederkehrenden Motive ihres Daseins – das lebenslange Leiden an den Folgen eines Busunfalls mit 18 Jahren, ihre Leidenschaften mit Männern, insbesondere Diego Rivera, ihr politisches Engagement – in Worte zu fassen. Raquel Tibol (1923–2015), Kunstkritikerin, Freundin und enge Begleiterin der mexikanischen Künstlerin in ihrem letzten Lebensjahr, sammelte über 130 Briefe, Notizen und Gedichte, die sie an Freunde, Kollegen und Liebhaber verfasste. Das Ergebnis ist eine Art Autobiographie, bestehend aus Texten, die Tibol aus verschiedenen Archiven zusammengetragen hat.
Wir legen dieses im Schirmer/Graf Verlag erstmals vollständig auf Deutsch erschienene und sehr erfolgreiche literarische Zeugnis von Frida Kahlo wegen großer Nachfrage nun erneut auf. (Verlagsinformation)

„Frida Kahlo und keine Ende“ war man in den letzten Jahren versucht auszurufen, wenn wieder eine neue Biographie oder ein Bildband mit den immer wieder gleichen Fakten und Abbildungen auf dem Markt erschien. Von dieser Bücherflut hebt sich wohltuend der vorliegende Band mit Briefen, kurzen Mitteilungen und Porträts ab. Wir erleben die leidenschaftliche Künstlerin in ihren Schreiben an Freunde, Liebhaber, verehrte Persönlichkeiten in einer authentischen Sprache. Die Leser/-innen nehmen teil an ihrer Liebe zu Alejandro Gómez Arias („Alex“), ihrer Beziehung zu Nickolas Muray („mein bezaubernder Nick“) und ihrer schwierigen Beziehung zu Diego Rivera („mein Junge"). Weitere Adressaten der Briefe sind u. a. der Musiker Carlos Chávez, der Dichter Carlos Pellicer, dem Schriftsteller Bertram D. Wolfe und die Schauspielerin Dolores del Río. Zu den über 130 Briefen, Notizen gehören auch der leidenschaftliche Protestbrief an den mexikanischen Präsidenten aus Anlaß der Verbergung des berühmten Frescos von Diego Rivera (Sonntagsträumerei im Alameda-Park) im Hotel del Prado durch eine Holzvertäfelung. Ein empfehlenswerter Band.
(Klaus Küpper, Bücher zu Lateinamerika 2003/04)