Gómez Dávila, Nicolás: Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift ...

GómezDavila ReclamGómez Dávila, Nicolás: Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift ...
Aphorismen. Ausgewählt und herausgegeben von Michael Klonovsky.
Übertragen von Michaela Meßner, Günter Maschke, Thomas Knefeli und Günther Rudolf Sigl.
Anstelle eines Nachworts: „Selbstgespräch eines Dávila-Freundes mit einem Dávila-Gegner.“
Stuttgart: Reclam, 2015. Reclam Taschenbuch 20141. 168 S., kt., 9,95 €.
978-3-15-020401-6
[bis auf das Cover unveränderte Neuauflage des 2007 erschienenen Bandes]

Elitär, radikal, reaktionär – die Aphorismen des kolumbianischen Denkers Nicolás Gómez Dávila sagen der demokratisch verwalteten Moderne und deren Menschenbild den Kampf an. Michael Klonovsky hat aus Dávilas Riesenwerk eine thematisch geordnete Auswahl für die Manteltasche getroffen. Eine “Anthologie der Anthologie“ für alle, die sich in dieser besten aller Welten fremd fühlen.
(Verlagsinformation)

Von dem Autor, der sich selbst als Konservativer und „authentischer“ Reaktionär („Reaktionär heißt, nicht an bestimmte Lösungen glauben, sondern ein scharfes Gespür für die Komplexität der Probleme haben.“ aus Einsamkeiten) verstand, den Marxismus und Demokratie kritisierte und sich gegen einen blinden Fortschschrittsglauben wandte, wurden im deutschen Sprachraum bisher eine Reihe von Sammlungen mit Aphrorismen sowie andere Texte übersetzt und veröffentlicht.
Die Vorstellung von der Gleichheit aller Menschen oder Mehrheitsentscheidungen sind für ihn völlig unakzeptabel. Seine Ideen, die sich aus enem rebellischen Katholizismus herleiten, beeinhalten keine Lösungen. Er schreibt über Politik, Philosophie, Religion, Geschichte, Literatur, Erotik – er kennt kein Tabu. Seine Gedanken und seine in der Einsamkeit seiner Bibliothek gefundenen Weisheiten gehören in keine System, sie sind „Farbtupfen einer ’pointilistischen’ Komposition“, die sich erst die Leser und Leserinnen zu einem Bild zusammensetzen. „Unnütz, jemandem einen Gedanken erklären zu wollen, dem eine Anspielung nicht genügt.“ Anspielungen, das sind die Notas (Randbemerkungen) und Scholien (kommentierte Aphorismen. Das Verständnis“ (der Texte), so Franco Volpi in seinem ausführlichen Nachwort zu der Aphorismensammlung Notas (Berlin 2005), „ist in diesem Fall tatsächlich eine Frage der Empathie, daß man es vermag, in die Gedankenwelt des Autors einzudringen, indem man Intuitionen und Visionen, Sympathien und Idiosynkrasien, Vorlieben und Anathemata vereint.“
[Zwei „Fundsachen“: "Um das Volk, während sie es ausbeuten, zu zerstreuen, greifen die dummen Despoten zu Zirkuskämpfen, während der schlaue Despotismus Wahlkämpfe vorzieht." „Die Demokratie ist die politische Regierungsform, in der der Bürger die öffentlichen Interessen denjenigen anvertraut, denen er niemals seine privaten Interessen anvertrauen würde.“]
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:

Nicolás Gómez Dávila wurde am 18.5.1913 in Bogotá geboren. Er entstammt einer reichen Familie von Textilhändlern. Um ihrem Sohn eine humanistische Bildung zu ermöglichen, zog die Familie nach Paris. Im Alter von 23 Jahren kehrte Gómez Dávila nach Bogotá zurück. Bis auf eine mehrmonatige Europareise hat der Schriftsteller und Philosoph seine Geburtsstadt bis zu seinem Tod am 17.5.1994 nicht mehr verlassen.
„Der Stil seines Werkes ist essayistisch-aphoristisch geprägt und damit zwischen Literatur und Philosophie einzuordnen. In seinen Büchern (Notas, Textos, Escolios a un texto implícíto etc.) haben Begriffe wie „Konservativer“ und „Reaktionär“ eine positive Bedeutung. Nicolás Gómez Dávila verstand sich als Kritiker des Marxismus, der Demokratie, des radikalen Liberalismus, des ideologischen Faschismus und eines blinden Fortschrittsglaubens. Sein Denken wurde in den letzten Jahren vor allem in Deutschland rezipiert und beeinflusste u. a. Botho Strauß, Martin Mosebach, den aus Rumänien stammenden Schriftsteller Richard Wagner und Gerd-Klaus Kaltenbrunner.“ (Wikipedia)

Titel:
Scholien zu einem inbegriffenen Text
Scholien
Es genügt, dass die Schönheit unseren Überdruss streift ...