Braz, Júlio Emílio: Kinder im Dunkeln

Braz KinderBraz, Júlio Emílio: Kinder im Dunkeln
[KJL] Ein Roman aus Brasilien. A. d. bras. Port. v. Bettina Neumann.
Basel: Baobab Books, 2011. Reihe Baobab. 76 S., br., 14,90 €.
O: Crianças na escuridão. São Paulo 1991.
978-3-905804-22-5

Dies ist ein erschütternder Bericht über die Straßenkinder in Brasilien. Aus der Perspektive der anfangs siebenjährigen Rolinha (Täubchen) erzählt, führt uns der Autor (ein bekannter, auch in Deutschland übersetzter Comicschreiber) mitten hinein in den Großstadtdschungel Brasiliens. Rolinha schließt sich einer Bande von Mädchen an, die mit dem Sammeln von Altpapier ihren Lebensunterhalt verdienen. Anführerin ist die 10jährige Doca, die den Schutz eines Halbwüchsigen genießt, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Sie schlafen in einer Hütte aus Pappe und Holz. Der Kampf um das tägliche Brot bestimmt das Leben der Kinder. Ihre Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Polizisten, Bettlern, Prostituierten, Dealern und Zuhältern werden vom Autor mit einer scheinbaren Teilnahmslosigkeit geschildert, die schaudern macht. Am Ende, nach drei Jahren, in denen viele der Mädchen sterben, gibt es auch für Rolinha kaum eine Perspektive. Für mich das beste Buch über Straßenkinder. (Ab 12 J.)
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:

BrazJúlio Emilio Braz wurde 19.4.1959 in Manhumiriam im Bundesstaat Minas Gerais geboren.
Mit fünf Jahren zog Braz mit seiner Familie nach Rio de Janeiro. Dort wuchs er in einer Favela auf, lernte später Buchhalter und begann als Autodidakt zu schreiben.
Unter unzähligen Pseudonymen schrieb Julio Emilio Braz Krimis, Comics- und Westerngeschichten sowie Dreh- und Jugendbücher, die z. T. im Schulunterricht gelesen werden.
(Foto: © Verlagsfoto)