Santiesteban, Ángel: Wölfe in der Nacht

Santiesteban WölfeSantiesteban, Ángel: Wölfe in der Nacht
16 Geschichten aus Kuba.
Aus dem Spanischen von Thomas Brovot. Mit einem Nachwort von Abilio Estévez.
[Eine Erz. wurde von Svenja Becker übersetzt]
Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag, 2017. 269 S., geb., SU., 22,00 €.
978-3-10-397308-2
 
Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim. Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch. (Verlagsinformation)
„Diese Texte sind kleine Risse im geschlossenen Diskurs. Sie unterwandern den Mythos Kuba.“ Carolin Emcke, Die Zeit
[Von Ángel Santiesteban wurden bisher lediglich zwei kurze Prosatexte ins Deutsche übersetzt]
 
Thomas Brovot, geboren am 9.8.1959 in Köln, studierte Romanistik und Politikwissenschaft und lebt als freier Übersetzer in Berlin. Für seine Übersetzungen aus dem spanischsprachigen Raum erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er übersetzte u. a. Werke von lateinamerikanischen Autorinnen und Autoren wie Reinaldo Arenas, Mario Vargas Llosa, Octavio Paz, Carla Guelfenbein, Leopoldo Brizuela, Paco Ignacio Taibo II und Fabio Morábito.
 
Der Autor:
Ángel Santiesteban, geboren 1966 in Havanna, ist das literarische Gewissen Kubas. Jahrelang war er der gefeierte Autor seiner Generation und wurde mit allen wichtigen Literaturpreisen des Landes ausgezeichnet. Nachdem er einen regimekritischen Blog zu schreiben begann, wurde er wiederholt bedroht und schließlich zu einer Haftstrafe verurteilt. Zurzeit ist er auf Intervention des ehemaligen Bundesaußenministers Steinmeier auf Bewährung frei, darf aber in Kuba nicht publizieren.
 
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