Mars, Kettly: Fado

Mars FadoMars, Kettly: Fado
[Roman] Aus dem Französischen von Antje Tennstedt
Kehl: litradukt, 2010. 85 S., geb., 11,90 €.
O: Fado.
978-3-940435-07-1

Anaïse, eine Werbegraphiker, die sich als Gelegenheithure Frida nennt, lernt nach ihrer Scheidung den Zuhälter Bony kennen. Léo, ihr Ex-Mann, ist immer noch in sie verliebt und besucht sie in Bonys Freudenhaus trotz ihrer augenblicklichen Beschäftigung. Léo hat sie verlassen, weil sie aufgrund früher Vergewaltigungen und anschließenden Abtreibungen keine Kinder mehr bekommen konnte. Frida/Anaïse hat sich mit ihrer Situation abgefunden und die Musik des Fado hilft ihr bei der Trauer. Mit 40 wird sie plötzlich schwanger. Léo eröffnet ihr, was sie schon immer befürchtete: er wird auswandern und auch Bony wird sie wegen einer Jüngeren verlassen. Der „Giftmischer", den sie in ihrer Verzweiflung konsultiert und der schließlich nach dem richtigen Fläschchen sucht, fragt sie: „Mit oder ohne Schmerz?" Das Ende der Geschichte verraten weder ich noch die Autorin!
Ein wunderschöner, poetischer kleiner Roman und ein überraschende neue Stimme aus der Karibik. Bitte mehr von dieser Autorin!
Klaus Küpper, BzL

Antje Tennstedt wurde 1969 geboren, sie studierte Deutsch und Französisch in Freiburg und lehrte von 1999 bis 2004 als DAAD-Lektorin an der Université Blaise Pascal in Clermont-Ferrand. Sie ist Französisch-Lehrerin in Offenburg und übersetzte in enger Zusammenarbeit mit den Autorinnen die Werke „Fado“ von Kettly Mars und „Das Testament der Einsamen“ von Emmelie Prophète. 


Die Autorin:

Mars Kettly BernardKettly [Pierre] Mars, wurde am 3. September 1958 in Port-au-Prince/Haiti geboren.
Bekannt wurde sie zunächst durch ihre Lyrik. Als Prosaautorin machte sie sich durch die Romane Kasalé (2003) und L'heure hybride (2005) einen Namen. Das Zweideutig-Unbestimmte, das in diesem Titel zum Ausdruck kommt, kennzeichnet auch ihren 2008 erschienenen Roman Fado.

Kettly Mars spielt eine wichtige Rolle im Kulturleben Haitis. Im Augenblick arbeitet sie an einer Anthologie der weiblichen haitianischen Literatur; außerdem ist sie Mitglied der Jury des Prix Henry Deschamps. In Deutschland wurde sie durch ihren Artikel über das Erdbeben in Haiti bekannt (»Ich habe überlebt«, in: DIE ZEIT vom 21.1.2010).
(Photo: © Philippe Bernard)

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