Palacio, Pablo: Kurzgeschichten. Cuentos

Palacio Pablo CuentosPalacio, Pablo: Kurzgeschichten. Cuentos
Das Gesamtwerk – Obras completas 1.
Zweisprachige Ausgabe von Klaus Semsch. Edición bilinguë.
München: Verlagsbuchhandlung Martin Meidenbauer, 2010. Ecuador – Studien und Editionen 1. 504 S., geb., 59,90 €.
Vertrieb über Verlag Peter Lang, Frankfurt/M.
978-3-89975-219-9

Der Ecuadorianer Pablo Palacio (1906-1947) ist ein großer Autor der lateinamerikanischen Moderne. Sein Prosawerk führt den Leser in das Ecuador der 20er und 30er Jahre, an jenen Unort zwischen Norm und Tabu, an dem das Süße bitter, und das Bittere süßlich schmecken. Denn seine Protagonisten sind Außenseiter, wie die einsame Opernbesucherin, lebensferne Wissenschaftler, Doppelwesen, betrogene Ehemänner oder Waisenkinder. Palacios Feder fasziniert mit schlichten und bizarren Strichen zugleich. Fragmentarisch, mit spielerisch ironischer Distanz, bieten die Texte ein Patchwork der Stile, erzeugen eigene, unvertraute Realitäten. Der Autor steht so weniger dem 'sozialen Realismus' seiner Zeit als den Provokationen von Symbolismus, Schaueromantik und den Avantgarden nahe. Dieser Band eröffnet die neue Reihe Ecuador - Studien und Editionen mit einer ersten Ausgabe der Kurzgeschichten Palacios im deutschsprachigen Raum. Zweisprachig, kritisch annotiert, mit einer Einleitung zu Autor und Land, einer Bibliographie sowie Beiträgen führender Stimmen des heutigen Ecuadors versehen, wendet sich das Buch nicht nur an ein universitäres, sondern an ein breiteres geneigtes Lesepublikum. (Verlagsinformation)

Klaus Semsch, Privatdozent Dr. phil., Romanist und Anglist. Seit 2003 Hochschuldozent und Gastprofessor an deutschen Universitäten und im europäischen Ausland. Publikationen in den Literatur- und Kulturwissenschaften der Romania.

Der Autor:

Palacio PPablo Palacio wurde am 25. Januar 1906 in Loja/Ecuador geboren.
Palacio, der seine Mutter früh verlor, konnte mit der Unterstützung seines Onkel Jura studieren und wurde Rechtsanwalt. Er war Mitglied der Sozialistischen Partei und arbeitete ab 1932 als Beamter im Erziehungsministerium. 1936 wurde er Professor an der Universidad Central del Ecuador.
Sein schmales literarisches Werk, das sich stark von den Arbeiten anderer zeitgenössischen Autoren unterschied und lange Zeit in Vergessenheit geriet, schuf er in den Jahren 1921 bis 1932. Mittlerweile gehört er zu den bekanntesten lateinamerikanischen Autoren; seine Arbeiten werden ständig neu aufgelegt. In deutscher Übersetzung erschienen bisher lediglich zwei Erzählungen; die jetzt erschienene Anthologie schließt eine schmerzliche Lücke.
Nach einer langen psychischen Erkrankung starb Pablo Palacio am 7. Januar 1947 in Guayaquil.