Allende, Isabel: Amandas Suche (Hörbuch)

Allende Amanda HoerbuchAllende, Isabel: Amandas Suche (Hörbuch)
Roman. Aus dem Spanischen von Svenja Becker.
Gekürzte Lesung. Sprecherin: Andrea Sawatzki.
München: Der Hörverlag, 2014. 8 CD, Laufzeit: ca. 560 Min., 24,99 €.
978-3-8445-1423-0

Zum Inhalt des Romans:
Eigentlich ist nicht Amanda, wie der deutsche Titel vermuten lässt, sondern ihre Mutter Indiana Jackson die Hauptperson dieses Romans, der in der Werbung für das gleichnamige Hörbuch auch als ersten Krimi der Autorin angepriesen wird. Indiana ist Heilerin, so steht es jedenfalls auf ihrem Praxisschild und sie arbeitet in San Francisco u. a. mit den Methoden der Magnet- Kristall- und Aromatherapie („du hast die Hände eines Engels"). Die Leser werden gleich zu Beginn in der kalifornische Esoterikszene eingeführt und lernen eine große Anzahl von illustren Personen kennen, die Allende um ihrer Protagonistin beigestellt hat. Da ist zunächst die Verwandschaft: ihr Exmann Blake ist eifriger Polizist und die Tochter Amanda, ein selbstbewußtes und mitunter arogantes Gör, das ihren mitspielenden Großvater „Scherge" nennt. Dann der Freund Alan Keller, von ihrer „sirenenhaften Erscheinung" angezogen; er entpuppte sich als Hochstapler. Der Nebenbuhler Ryan Miller, ein ehemaliger Krieger (Soldat im Irak) mit amputiertem Bein und halbblinden Kampfhund mit Reißzähnen aus Titan, spielt in dem Roman den traumatisierten Helden. Dass er einen Freund hat, der in Uruguay bei den Guerrilleros gekämpft hat, ist bei den geheimen Treffen die Miller schon mal mit dem Verteidigungsminister hat, noch nicht aufgefallen. Mit diesen und anderen Personen, deren ausführliche Beschreibungen den Klischees aus den bekannten Lifestyle-Magazinen entnommen zu sein scheinen und die auch wieder spurlos verschwinden, werden die viele Seiten aufgefüllt, später nur unterbrochen von dem einen oder anderen mysteriösen Mord. Amanda und ihre Spielfreunde aus aller Welt hatten es sich eigentlich zur Aufgabe gemacht, den legendären Jack the Ripper enttarnen. Nun zwingen die Ereignisse um die raffinierte Mordserie die Gruppe dazu, mit Hilfe von Vater und Großvater Licht ins Dunkel zu bringen. Der Roman, der etwa bis zur Hälfte aus einer Ansammlung von banalen und langweilenden Ereignissen besteht, nimmt erst spät Fahrt auf und vielleicht versöhnt das furiose und überraschende Ende den ein oder anderen Leser – eine Kriminalroman ist das Buch deshalb aber noch lange nicht.
Klaus Küpper, BzL

Die Autorin:

Allende c LoriBarra SVIsabel Allende wurde am 2.8.1942 in Lima geboren, ihre Jugend verbrachte sie in Santiago de Chile.
Sie ist Journalistin. 1974 musste sie ihre Heimat wegen des Militärputschs in Chile verlassen und lebte eine Zeitlang im Exil in Venezuela; seit 1988 wohnt sie in Kalifornien.
Allende veröffentlichte seit ihrem Welterfolg "Das Geisterhaus" (La casa de los espiritus) zahlreiche Romane, Jugendbücher und andere Prosa. Siehe dazu die Besprechungen in BzL 2002/03 und die nachfolgenden Neuerscheinungen 2003 bis 2008.
(Foto: © Lori Barra/Suhrkamp Verlag)

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