Subercaseaux, Elizabeth: Eine Woche im Oktober

Suberca.Woche.HCSubercaseaux, Elizabeth: Eine Woche im Oktober
Roman. A. d. Span. von Maria Hoffmann-Dartevelle.
München: Piper, 2009. SP 5351. 199 S., kt., 7,95 €.
O: Una semana de octubre.
978-3-492-25351-2

Clara ist 46 Jahre alt, als sie von ihrer Krebserkrankung erfährt und sich klarmachen muß, dass sie nur noch einige Monate zu leben hat. Ihr Mann Clemente entdeckt nach Monaten das offen in der Schublade des Küchentischs liegenden Tagebuch seiner Frau. Er beginnt mit schlechtem Gewissen zu lesen obwohl ihm allmählich klar wird, dass die Aufzeichnungen nur für ihn bestimmt sind. Und so erfährt er, dass Clara sehr wohl über sein sieben Jahre andauerndes Verhältnis mit einer anderen Frau informiert ist. Und er erfährt, dass seine Frau im letzten Oktober ein kurzes, leidenschaftliches Liebesverhältnis mit einem seiner Geschäftspartner hatte. Die Aufzeichnungen vermitteln ihm, dass Clara ihr Zusammenleben als äußerst langweilig empfand; das gemeinsame Haus „hat mir nie besonders gefallen", muß er lesen, „alles sah ordentlich und peinlich sauber aus ... ein seelenloser Ort ...". Er lernt eine völlig andere Clara kennen, als die, mit der er über 20 Jahre verheiratet war. Dennoch kommen ihm Zweifel, denn viele Aufzeichnungen entsprechen nicht der Wirklichkeit und er ist unsicher, ob die Geschichte mit ihrem kurzen Liebesverhältnis nicht bloß einem Wunschdenken kurz vor ihrem Tod geschuldet ist. Ein spannend geschriebener Roman über Schein und Wirklichkeit, über Wünsche und Vertrauen und die Unfähigkeit zur Kommunikation in einer Ehe.
Klaus Küpper, BzL

Die Autorin:

Elizabeth Subercaseaux wurde 1945 in Santiago de Chile geboren.
1967 ging sie als Journalistin nach Spanien und kehrte 1975 in ihre Heimat zurück, wo sie bis zum Ende der Pinochet-Diktatur im Untergrund arbeitete.
Sie ist Autorin zahlreicher Romane, von denen bisher die drei untenstehenden Titel in deutscher Übersetzung erschienen sind.

Die Geliebten
Eine Woche im Oktober
Eine fast perfekte Affäre