Allende, Isabel: Die Insel unter dem Meer

Allende.Insel.gebAllende, Isabel: Die Insel unter dem Meer
Roman. Aus dem Spanischen von Svenja Becker
Berlin: Suhrkamp Verlag, 2010. 552 S., geb., 24,90 €. (Ladenpreis aufgehoben)
O: La isla baja el mar.
978-3-518-42138-3
- dass.: - Berlin: Suhrkamp Verlag, 2011. st 4290. 552 S., kt., 9,95 €.
978-3-518-462290-4
- dass.: - Berlin: Suhrkamp Verlag, 2017. Geschenkausgabe. 756 S., Hc., 14,00 €.
978-3-518-46789-3

Im Jahre 1770 wird der junge Toulouse Valmorain an das Sterbebett seines Vaters, eines Plantagenbesitzers auf der Insel Santo Domingo gerufen. Der Westteil der Insel, Saint-Domingue, ist Dank der brutalen Sklaverei auf den Zuckerrohrfeldern die reichste fanzösische Kolonie der damaligen Zeit. Die Hauptperson des Romans, die Mulattin Zarité, genannt Tété, ist neun Jahre alt, als sie von Valmorain als Haussklavin für seine kranke Frau gekauft wird. Gegen die Vergewaltigungen ihres Herrn kann sich nicht wehren und so wird sie mehrfach Mutter ohne daß sich an ihrem Sklavendasein etwas ändert. Auch die Ereignisse im Mutterland spielen in der Kolonie keine Rolle. Die liberalen Ideen, denen Valmarain in Paris noch nachgehangen hat und die Französische Revolution spielen in der Kolonie keine Rolle. Die Sklavenaufstände auf der Insel, die 1791 beginnen und 1804 mit der ersten Gründung einer von den Kolonialmächten unabhängigen Republik Lateinamerikas enden, zwingen Valmorain zur Flucht, die er nur mit Hilfe von Tété überlebt. Doch der in seiner Not ausgestellte Freilassungsbrief hilft Tété in Louisiana wenig, ihr Status bleibt noch viele Jahre weiterhin der einer Leibeigenen.
Allende hat dieses Historiengemälde mit viel Exotik und Erotik ausgemalt, so wie die Leserinnen es sich für die Orte und die Zeit der Handlung in der die Karibik auch vorstellen. Tropische Schönheiten, vorzugsweise tolle Mulattinnen, die ihre Hüften schon tanzen lassen, bevor noch ihre Blechtöpfe der Schwarzen dröhnen. Denn „die Trommeln besiegen die Angst". Dazu ein wenig Voodoo-Zauber, afrikanische Götter und erfolgreiche magische Heilkunde, ein paar holzschnittartig gezeichnet Prototypen der Sklavenhaltergesellschaft, Liebesgeschichten, brutale Zustände auf den Plantagen, gruselige Hinrichtungen sind die weiterer Zutaten zu diesem Roman, der aber trotz all dieser Ingredienzen (insbesondere das aufgesetzt erscheinende Inzestdrama am Schluß) merkwürdig steif und konstruiert wirkt und schließlich auch langweilt.
Klaus Küpper, BzL

Die Autorin:

Allende c LoriBarra SVIsabel Allende wurde am 2.8.1942 in Lima geboren, ihre Jugend verbrachte sie in Santiago de Chile.
Sie ist Journalistin. 1974 musste sie ihre Heimat wegen des Militärputschs in Chile verlassen und lebte eine Zeitlang im Exil in Venezuela; seit 1988 wohnt sie in Kalifornien.
Allende veröffentlichte seit ihrem Welterfolg "Das Geisterhaus" (La casa de los espiritus) zahlreiche Romane, Jugendbücher und andere Prosa. Siehe dazu die Besprechungen in BzL 2002/03 und die nachfolgenden Neuerscheinungen 2003 bis 2008.
(Foto: © Lori Barra/Suhrkamp Verlag)

Titel:
Der japanische Liebhaber
Der japanische Liebhaber - Hörbuch
Amandas Suche (Hörbuch)
Die Abenteuer von Aguila und Jaguar
Aphrodite – Eine Feier der Sinne
Mayas Tagebuch
Von Liebe und Schatten
Liebe
Ein diskretes Wunder
Die Insel unter dem Meer (Hörbuch)
Die Insel unter dem Meer
Das Geisterhaus
Das Siegel der Tage
Porträt in Sepia
Inés meines Herzens
Amandas Suche