Parra, Nicanor: Parra Poesie

Parra PoesieParra, Nicanor: Parra Poesie
Auswahl und Übertragung: Ingolf Brökel.
Fotografien: Ulrike Ertel. Nachwort: Nils Bernstein. 
Berlin: PalmArtPress, 2016. 57 S., geb., 18,90 €.
978-3-941524-78-1  

"Wer, wie Nicanor Parra, 'Antipoesie' schreibt, muss umso genauer wissen, wie Poesie beschaffen ist. In seine Achterbahn einzusteigen, lohnt sich - er ist immerhin gemeinsam mit allen Poeten vom Olymp herabgestiegen! Aber Achtung, denn (Anti-)Poesie kann Parra zufolge blind machen, die Polizei verwirren, zu Anfällen, schließlich gar zum Tod fuhren, aber zum Gluck kann man damit vorher noch die Umwelt retten und die Kahlköpfigkeit bekämpfen.
2014 erlebte Nicanor Parra seinen einhundertsten Geburtstag. Während man die Feiern des mehrmals zum Nobelpreis fur Literatur nominierten Dichters in Chile und anderen lateinamerikanischen Ländern groß anlegte, musste man in Europa schon etwas genauer in die Tagespresse schauen, um einen Hinweis auf das Ereignis zu finden. Um dem schiefen Verhältnis mit mehr Angemessenheit begegnen zu können, legt der Physiker und Dichter Ingolf Brökel im Band, den Sie in den Händen halten, eine Auswahl an freien Übertragungen von Gedichten des Physikers und Dichters Nicanor Parra vor." (aus dem Nachwort von Nils Bernstein)
(Verlagsinformation)

Der Autor: 

Nicanor Parra wurde am 5. September 1914 in San Fabián de Alico bei Chillán geboren. In Santiago studierte er Naturwissenschaften und arbeitete als Lehrer für Physik und Mathematik. 1937 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, distanzierte sich später von dieser Arbeit und veröffentlichte erst 1954 sein nächstes Werk, Poemas y antipoemas, eine Arbeit, die einen Bruch mit dem damaligen Kanon der chilenischen und lateinamerikanischen Literaturgeschichte bedeutete.
Er parodiert mit bitteren Spott die gesellschaftlichen Verhältnisse, blieb aber auch nach dem Putsch der Militärs 1973 im Land und behielt seine Stelle an der Universität von Santiago, nicht ohne sich kritisch zu den neuen Machtverhältnissen zu äußern. Die Form seiner Gedichte steht in bewußtem Gegensatz zu der feierlichen und erhabenen Lyrik Pablo Nerudas.
Nicanor Parra gehört mit Gabriele Mistral, Vicente Huidobro und Pablo Neruda zu den großen Dichtern Chiles. Er erhielt zahlreiche Preise, zuletzt 2011 den begehrten Premio Cervantes. Zahlreiche ins Deutsche übersetzte Gedichte erschienen in Zeitschriften und Anthologien. Eine erste Sammlung erschien 1975, erweitert 1986, unter dem Titel „Und Chile ist eine Wüste“. (s. Bücher zu Lateinamerika 1988, S. 187) 

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Parra Poesie