Sepúlveda, Luis: Der langsame Weg zum Glück

Sepulveda WegSepúlveda, Luis: Der langsame Weg zum Glück
Ein Schneckenabenteurer.
Roman. Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen.
Mit farbigen Bildern von Quint Buchholz.
Frankfurt/M.: S. Fischer Verlag, 2015. Fischer KJB. 77 S., geb., 14,99 €.
O: Historia de un caracol que descubrió la importancia de la lentitud
978-3-7373-5161-4
Ab 8 J. und zum Vorlesen.

Schnecken sind Gewohnheitstiere. Sie leben, wie sie leben und tun, was sie tun, weil sie das schon immer so gemacht haben. Bis eine einzige Schnecke eines Tages ihre Lebensweise in Frage stellt: Warum sind wir, wie wir sind? Und warum so und nicht anders? Und weil unangenehme Fragen Unruhe stiften und Unruhestifter nicht gern gesehen sind, zieht die Schnecke los, um die Antwort auf ihre Fragen an einem anderen Ort zu finden.
Von Memoriam, einer Schildkröte auf dem Weg ins Exil erfährt die Schnecke, wie die Zukunft ihrer „Heimat“ aussehen wird: Die Bauarbeiten für eine breite Straße, die mitten über ihre Löwenzahnwiese führt, sind bereits im Gange. Die weise Schildkröte ist es auch, die der Schnecke den Namen „Rebell“ gibt, denn ein wahrer Rebell ist nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der sich seinen Ängsten stellt und sie überwindet, so die Schildkröte. Rebells Mut, sich selbst zum Außenseiter zu machen und einen Blick über den Tellerrand zu wagen, rettet viele Leben und eröffnet neue Wege:
In elf Kapiteln erleben wir die Welt aus der Sicht dieser ganz besonderen Schnecke, die lernt, ihre eigenen Fähigkeiten zu schätzen und zu nutzen, obwohl es ihr zunächst so scheint, als seien sie zu nichts zu gebrauchen. Am Ende ist es gerade ihre Langsamkeit, durch die es ihr gelingt, sich selbst und andere zu retten und – nach einer langen und gefahrenreichen Odyssee – in einem neuen „Löwenzahnland“ ein neues Leben beginnen.
Autor Sepúlveda führt uns ganz nebenbei vor Augen, wie wir Menschen – so ganz und gar nicht im Schneckentempo – unsere Umwelt vernichten und ebenso gedankenlos wie systematisch den natürlichen Lebensraum vieler Tiere dabei zerstören. Ein kräftiger Seitenhieb zielt dabei auf jene, die vor lauter Verbohrtheit die Wahrheit nicht sehen wollen und dadurch in ihr eigenes Verderben hinein laufen.
Johanna Klute, BzL

Willi Zurbrüggen wurde am 29.4.1949 in Borghorst/Westf. geboren. Nach einer beruflichen Tätigkeit als Bankangestellter wurde er Übersetzer aus dem Spanischen. Zu seinen Übertragungen, für die er zahlreiche Preise erhielt, gehören u. a. Werke von Antonio Muñoz Molina, Miguel Ángel Asturias, Haroldo Conti, Mempo Giardinelli, Mario Benedetti, Luis Sepúlveda, Antonio Skármeta, José Donoso und Francisco Coloane.

Der Autor:

Luis Sepúlveda wurde am 4.10.1949 in Ovalle/Nordchile geboren.
Er ist Autor von Theaterstücken, Hörspielen, Essays, Erzählungen und Romanen; er arbeitet als Journalist und Regisseur.
Sein Werk wurde mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet. Nach dem Putsch der Militärs 1973 wurde er zweimal verhaftet und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, kam erst auf internationalen Druck frei und ging zunächst nach Ecuador, später in die Bundesrepublik Deutschland und nach Frankreich ins Exil.
In deutscher Übersetzung erschienen von ihm u.a.: "Der Alte, der Liebesromane las", "Patagonien Express", "Die Spur nach Feuerland", Tagebuch eines sentimentalen Killers", "Wie man das Meer sehen kann" und nicht zuletzt die wunderbare Geschichte "Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte." Leider sind viele der ins Deutsche übersetzten Arbeiten von Sepúlveda mittlerweile vergriffen.
Sepúlveda lebt heute in Gijón/Spanien.

Titel:
Historia de un caracol que descubrió la importancia de la lentitud
Eine Idee von Glück
Der langsame Weg zum Glück
Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden (HB)
Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte (HB)
Wie Kater Zorbas der kleinen Möwe das Fliegen beibrachte
Wie der Kater und die Maus trotzdem Freunde wurden
Der Schatten dessen, was wir waren