Molica, Fernando: Schwarz, meine Liebe

Molica SchwarzMolica, Fernando: Schwarz, meine Liebe
Kriminalroman. Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Michael Kegler.

Berlin: Ed. Diá, 2016. 231 S., br., 18,00 €.
O: Bandeira negra, amor. Rio de Janeiro 2005.
978-3-86034-409-5


Drei Jugendliche werden ermordet: arme, schwarze Jugendliche aus der Favela – wer weiß, ob sie mit Drogen zu tun hatten? Der Verdacht fällt schon bald auf die Polizei, an einer genaueren Untersuchung hat niemand Interesse. Damit wäre der Fall abgeschlossen, wenn nicht Fred, selbst schwarz, Rechtsanwalt und Menschenrechtsaktivist, sich auf die Spur des an sich alltäglichen Verbrechens setzen würde. Mit Unterstützung einer weißen Polizeibeamtin, seiner Geliebten, gelangt er an Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Und für einen Moment sieht es so aus, als könnte es diesmal gelingen, die Mauer aus Korpsgeist, Rassismus und Korruption innerhalb der brasilianischen Polizei zu durchbrechen. Und es gibt noch ein Geheimnis: Stammt das Tuch, das Fred wie eine Reliquie aufbewahrt, tatsächlich von Arthur Friedenreich, dem ersten schwarzen Fußball-Nationalspieler Brasiliens?
»Schwarz, meine Liebe« ist der zweite Roman von Fernando Molica, der als Journalist täglich mit den Abgründen und Widersprüchen der Stadt Rio de Janeiro befasst ist.
»Schwarz, meine Liebe ist nicht nur ein guter Krimi, sondern eine Art Geografie der Stadt Rio de Janeiro, die angespannt, bebend, kurz vor der Explosion steht. Es ist das zugleich kritische wie zärtliche Porträt einer ausufernden Stadt mit ihren Schreien, Träumen und der Enttäuschung von Millionen Marginalisierter.« (O Globo)
»Nur selten ist der Rassismus in Brasilien so genau analysiert worden.« (Correio Braziliense)
(Verlagsinformation)

Michael Kegler wurde 1967 in Gießen geboren und hat einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien verbracht. Er arbeitete als Buchhändler und Journalist und übersetzt seit 1992 Literatur aus dem Portugiesischen, u.a. Werke von José Eduardo Agualusa, Felipe Tadeu, João Paulo Cuenca, Michael Laub, Moacyr Scliar und Luiz Ruffato. Seit 2001 unterhält er das Internetportal nova cultura, das regelmäßig über kulturelle Ereignisse aus dem portugiesischsprachigen Raum informiert. Kegler erhielt 2014 zusammen mit Marianne Gareis den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW und 2016 der Hermann-Hesse-Preis zusammen mit Luiz Ruffato. Er lebt in Hofheim/Taunus.

Der Autor: Fernando Molica wurde am 12.2.1961 in Rio de Janeiro geboren. Er war Journalist für verschiedene Zeitungen und Fernsehsender. Neben eine Anthologie und der Biografie eines brasilianischen Terroristen veröffentlichte er drei Romane, von denen der Krimi „Krieg in Mirandão“ 2006 in deutscher Übersetzung veröffentlcht wurde. (s. Bücher zu Brasilien, 2013, S. 46.)

Titel:

Schwarz, meine Liebe