Amado, Jorge: Zwei Geschichten von der See

Amado GeschichtenAmado, Jorge: Zwei Geschichten von der See
Der Tod und der Tod des Quincas Wasserschrei. Die Abenteuer des Kapitäns Vasco Moscoso
Übersetzt von Luis Ruby und Curt Meyer-Clason.
Frankfurt/M.: S. Fischer, 2013. 397 S., geb., 24,99 €.
O: A morte e a morte de Quincas Berro d´Água. São Paulo 1961 / A completa verdade sobre as discutidas aventuras do comandante Vasco Moscoso de Aragão, capitão de longo curso. São Paulo 1961
978-3-10-001543-3

In der ersten kleineren Erzählung schildert Amado den angeblichen Tod des Quincas Berro d´água, der seine sittsame Familie verlässt (sein erster Tod), dann aber tatsächlich stirbt. Seine Freunde, die die Totenwache zu einer fröhlichen Schnapsrunde machen, lässt er aber nicht im Stich, springt dann aber schließlich von Bord und findet so seinen dritten Tod Die Erzählunge erschien erstmals 1964 in einer anderen Übersetzung unter dem Titel: „Die drei Tode des Jochen Wasserbrüller".
Die zweite Geschichte erzählt vom Kommandanten Vasco Moscoso de Aragão, „Kapitän auf großer Fahrt", ein brasilianischer Münchhausen, der mit den Lügengeschichten über seine Abenteuer frischen Wind in den verschlafenen Badeort Periperi bringt. Fasziniert hören ihm die Einwohner, eine bunte Mischung aus Ganz- und Halbseidenen, komischen Käuzen und betörenden Damen aller Hautfarben zu. Nur einer mag die außergewöhnlichen Abenteuer nicht länger glauben. Und so wird unser Kapitän zur Bewährungsprobe herausgefordert. An Bord eines Schiffes wird er beweisen müssen, ob er wirklich der Held ist, für den ihn die Mehrheit seiner Mitbürger hält. Ein dramatisches Ereignis, von Amado auf ergötzliche Art heraufbeschworen, bringt die Wahrheit an den Tag. Der populäre Roman erschien erstmals 1964 in deutscher Übersetzung und erlebte mehrere Auflagen; 1966 erschien noch eine weitere Übersetzung.
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:

Amado FigurJorge Amado wurde am 10.8.1912 bei Ilhéus/Bahia geboren.
Amado war Gelegenheitsarbeiter, Reporter, Jurist, Parlamentsabgeordneter. Während der Regierung Getúlio Vargas´ wurde er mehrfach verhaftet und seine Bücher wurden öffentlich verbrannt. Er verbrachte Jahre im Exil in Lateinamerika und Europa (u. a. in Paris und Prag). Bis 1956 war er Mitglied der KP. Aus dieser Zeit stammen die Romane „Ritter der Hoffnung", eine Homage auf Luís Carlos Prestes und „Katakomben der Freiheit", in denen er den Widerstand gegen die Diktatur im Estado Novo beschrieb.
Die Helden und viele Heldinnen seiner späteren Romane sind die einfachen Menschen des brasilianischen Nordosten, vor allem aus Bahia. "Ich suchte den keineswegs bequemen Weg der Verpflichtung gegenüber den Armen und Unterdrückten .., nach Möglichkeit meiner Kräfte wollte ich der Wortführer ihrer Ängste, Schmerzen und Hoffnungen sein .. Ich war nie unparteiisch und werde nie unparteiisch sein im Kampf des Menschen gegen den Feind des Menschen."
Gemessen an Umfang und Erfolg ist Amado zweifellos der erfolgreichste Schriftsteller Lateinamerikas, sein Werk wurde in über 40 Sprachen übersetzt.
Jorge Amado starb am 6.8.2001 in Salvador de Bahia.
(Foto: Figur von Zé Andrade © Foto K. Küpper)

Titel:

Die Werkstatt der Wunder (s. Bücher zu Brasilien, S. 7f.)

Zwei Geschichten von der See