Montoya, Víctor: Erzählungen der Grausamkeit

Montoya GrausamkeitMontoya, Víctor: Erzählungen der Grausamkeit
Aus dem bolivianischen Spanisch von Claudia Wente.
Bergheim b. Salzburg: Mackinger Verlag, 2012. 97 S., 12,00 €.
O: Cuentos violentos. 1991. [Auszüge]
978-3-9503214-8-7

Die Zehn Geschichten, die Claudia Wente für diese Sammlung ausgesucht hat, sind keine Texte für zarte Gemüter. Sie handeln von der Grausamkeit zu der Menschen fähig sind und von der Tapferkeit und der Verzweiflung der Opfer. Die Anthologie beginnt mit dem Bericht von der Gefangennahme und Hinrichtung Atahualpas durch die Spanier. Zu den Grausamkeiten gehören aber nicht nur Folter und Mord, sondern ebenso die Leiden des kleinen Jungen, der von der sadistischen Lehrerin geschlagen und erniedrigt wird.
Alle übrigen Erzählungen sind im Umfeld der Bergarbeiter-Streiks und bei der grausamen Niederschlagung diverser Aufstände angesiedelt. Über die diversen brutalen Praktiken der Folterer, wie sie aus vielen Berichten bekannt sind, und über die Verzweiflung aber auch den Widerstand der Opfer gibt Montoya ein eindrückliches Zeugnis ab.
Klaus Küpper, BzL

Der Aiutor:

MontoyaMontoya Victor Mackinger, Víctor wurde am 21.6.1958 in La Paz geboren.
Er ist Autor von Romanen, Reportagen und Essays. Montoya lebt seit seiner Kindheit in Bergarbeiter-Siedlungen und kennt die dortigen Lebensbedingungen aus eigenem Erleben. Er beteiligte sich aktiv an den Arbeitskämpfen der „Mineros". 1976, während der Militärdiktatur von Hugo Banzer, wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten inhaftiert und gefoltert. Mit Hilfe von Amnesty International kam er frei, ging ins Exil nach Schweden wo er Pädagogik studierte und einige Zeit als Lehrer arbeitete.
Seit 2012 lebt Montoya wieder in seinem Heimatland.
(Foto: © Mackinger Verlag)