Gelman, Juan: Kompositionen & Darunter / Com/Posiciones & Dibaxu (Debajo)

Gelman KompositionGelman, Juan: Kompositionen & Darunter / Com/Posiciones & Dibaxu (Debajo)
Aus dem argent. Span. und Sephard. von Juana und Tobias Burghardt
Text span. und dt.
Stuttgart: Edition Delta, 2013. 201 S., br., 17,50 €.
978-3-927648-48-7

Die »COM/POSICIONES«, die er dem spanischen Lyriker José Ángel Valente (1929-2000) widmete, sind ein inneres Gespräch mit etlichen Dichtern, zum Teil erfundenen, und ihren Texten aus älteren Epochen, wobei auch manches anonym ist. Gelman hat sie – für sich umgestaltend – frei, neu und kreativ „kom/poniert", indem er 57 Gedichte – sprachlich in die Gegenwart einbettend – hin-überträgt. Dabei sind erneut gewisse gelmanianische Sprachüberschreitungen notwendig, um die Farben und Temperaturen seiner Seelenverfassung in entsprechende Worte zu fassen.
Der weit gespannte Bogen streift etwa die frühe jüdische Mystik (Hekhalot-Hymnen) oder die Schriftrollen vom Toten Meer, die Propheten Amos und Ezechiel, den Psalmisten David und den Leidgepüften Hiob sowie Abu Nuwas, den ersten urbanen Dichter der arabischen Literatur, einen provenzalischen Anonymus und den indischen Dichter Sadhak Ramprasad Sen, der im 18. Jahrhundert an den Ufern des Ganges auf Bangla schrieb. Einigen Poeten aus al-Andalus – darunter Salomon ibn Gabirol, der seine Gedichte auf Hebräisch und seine philosophischen Texte auf Arabisch schrieb, Jehuda Halevi, der jüdische Exil-Dichter und Klassiker der hebräischen Literatur, sowie Samuel Hanagid, der das Goldene Zeitalter der hebräischen Lyrik in Spanien mitbegründete – gelten die meisten komponierten Übersetzungen Juan Gelmans, insbesondere jedoch Elizier ben Jonon, der, 1130 in Mainz gebürtig, eine innerste Stimme ist, mit dessen apokrypher Figur der Übersetzer-Autor seinen ermordeten Sohn Marcelo Ariel sprechen hört ...
(Auszug aus der Verlagsinformation von Tobias Burghardt)

Der Autor:

Gelman Messe KKJuan Gelman wurde am 3.5.1930 in Buenos Aires geboren.
Er übte verschiedene Berufe aus, war Lastwagenfahrer, Büroangestellter, Journalist und Übersetzer. 1975 ging er ins Exil nach Italien und Frankreich. 1988 kam er zurück nach Argentinien. Einige seiner Lyrikbände und viele einzelne Gedichte wurden ins Deutsche übersetzt und sind vor allem in Zeitschriften und Anthologien erschienen (s. dazu: Bücher zu Argentinien 2010, S. 63f. sowie: Bibliographie der argentinischen Literatur , S. 205-211). 2007 erhielt er den Cervantes-Preis.
Seit mehreren Jahren lebte Gelman in Mexiko, wo er am 14.1.2014 verstarb.
(Foto: © K. Küpper)

Titel:
Leidland / País del dolor
Welteln / Mundar
Kompositionen & Darunter / Com/Posiciones & Dibaxu (Debaj