Borges, Jorge Luis: Ein ewiger Traum

Borges TraumBorges, Jorge Luis: Ein ewiger Traum
Essays. Herausgegeben und aus dem Spanischen und Englischen übersetzt von Gisbert Haefs
München: Carl Hanser, 2010. 291 S., geb., 21.50 € (vergriffen)
978-3-446-23547-2

Der Herausgeber hat für diesen Band Texte ausgewählt, die Borges aus verschiedenen Gründen nicht in die von ihm autorisierte Werkausgabe aufnehmen wollte. Viele dieser „verworfenen" Arbeiten sind Vorstudien zu später ausgeführten Essays, anderes würde außerhalb Argentinien nur durch einen größeren Anmerkungsapparat verständlich.
Haefs hat daher Texte ausgewählt und – bis auf den "autobiographischen Essay" chronologisch geordnet ediert, die bis auf einige Ausnahmen bisher noch nicht auf Deutsch erschienen sind. Die Artikel, Aufsätze und Vorträge behandeln Themen wie Ereignisse im nationalsozialistischen Deutschland, die Geschichte der Engel, die Totale Bibliothek, Abhandlungen über Shakespeare, Cervantes, Chesterton, Wallace, Kafka, Joyce, Jünger u. v. a. m.. In dem längeren autobiographischen Essay erzählt Borges von seiner Kindheit, dem Aufenthalt in Europa, von der Zeit seiner ersten schriftstellerischen Arbeiten und den Freundschaften zu anderen Künstlern in Buenos Aires, sowie von den Reisen, die er Dank der vielen Einladungen zu Vorträgen und Vorlesungen unternehmen konnte. Eine lohnende Lektüre und überraschende Ergänzung zu den 12 Bänden der Gesammelten Werke.
Klaus Küpper, BzL

Der Autor:

Borges BM BlockJorge Luis Borges wurde am 24. August 1899 in Buenos Aires geboren.
Zurückgekehrt aus Europa, wo er von 1914 bis 1921 mit seinen Eltern lebte, gründete er diverse literarische Zeitschriften. Durch einen Unfall büßte er einen Teil seiner Sehkraft ein, später verlor er unter Perón seinen Posten als Bibliothekar und wurde nach dessen Absetzung, mittlerweile fast völlig erblindet, Direktor der Nationalbibliothek.
Borges war einer der größten Stil- und Formkünstler der Weltliteratur. Sein Werk umfaßt Lyrik, Essays und Erzählungen (Romane zu schreiben lehnte er ab), die sich auszeichnen durch sprachliche Brillanz, enzyklopädischen Bildungsfundus und geistvolle Versteck- und Verwirrspiele.
Fast alle seine Arbeiten wurden ins Deutsche übersetzt; es erschienen zwei Gesamtausgaben, viele Sammlungen wurden mehrfach in Einzelausgaben ediert und viele Texte erschienen in Anthologien und Zeitschriften. (Siehe BzL seit 1988 und zuletzt "Bücher zu Argentinien 2010, S. 22-33)
Jorge Luis Borges starb am 14. Juni 1986 in Genf.
(Foto: Borges auf e. arg. Briefmarke. © K. Küpper)

Titel:

Die unendliche Bibliothek
La biblioteca de Babel
Ein ewiger Traum