Barón Biza, Jorge: Die Wüste und ihr Samen

Barón Biza WüsteBarón Biza, Jorge: Die Wüste und ihr Samen
Roman.
Aus dem Spanischen von Frank Wegner.
Mit einem Nachwort von Alan Pauls.
► Berlin: Suhrkamp, 2019 (11.2.). BS 1506. Ca. 230 S., geb., SU., ca. 24,00 €.
O: El desierto y su semilla. 1998.
978-3-518-22506-6
 
Beim Unterschreiben der Scheidungspapiere schüttet der Vater der Mutter Säure ins Gesicht. Der gemeinsame Sohn ist anwesend, es ist der Moment, in dem er zu erzählen beginnt. Von den hilflosen Versuchen der ersten Minuten, den Schaden zu begrenzen, von der seltsamen Erleichterung, als er erfährt, dass sich der Vater eine Kugel in den Kopf geschossen hat, von der Reise an der Seite der Mutter nach Mailand zu einem Spezialisten, von seiner ganz persönlichen Höllenfahrt durch Bars und Bordelle. Und eben immer, immer, immer wieder vom Gesicht der Mutter, dieser seltsamen Masse Fleisch, die auseinander-, ineinander-, über einanderläuft und in den sonderbarsten Farben leuchtet ...
Kurz bevor er Selbstmord beging, verwandelte Jorge Barón Biza die Katastrophe im Zentrum seines Lebens in ein literarisches Meisterwerk. In „Die Wüste und ihr Samen“ beschwört er einen radikalen Formverlust. Dieser Roman führt in eine Sphäre, in der Linien, Konturen, Grenzen keinen Halt mehr geben und vom Menschsein nichts bleibt als ein Schwindel. (Verlagsinformation)
 
Frank Wegner arbeitete nach seinem Komparatistikstudium in Freiburg, Paris und Cambridge zunächst bei der UNESCO, anschließend im Rowohlt Verlag und als literarischer Übersetzer. Er lebt in Berlin, arbeitet als Verlagslektor und hat Literatur aus dem Englischen, Französischen und Spanischen übersetzt. Seit 2018 ist er für die internationale Literatur in den Verlagen Suhrkamp und Insel tätig. Sein Schwerpunkt liegt bei den romanischen Sprachen, insbesondere der spanischen Literatur und der Literatur aus Südamerika.
 
Der Autor:
Jorge Barón Biza schrieb auf der Klappe seines 1998 im Selbstverlag erschienenen Buches: »1942 wurde ich geboren, ausgebildet in Gymnasien, Kneipen, Redaktionen, Irrenhäusern und Museen in Buenos Aires, Freiburg im Üechtland, Rosario, Villa María, La Falda, Montevideo, Mailand und New York. Ich las Mann, übersetzte Proust, lebte dreißig Jahre von meiner Arbeit als Korrektor, Ghostwriter, Journalist (von Psychatrieheftchen bis Zeitschriften des Hochfeuilletons) und als Kunstkritiker.«
Barón Biza, geboren am 22.5.1942 in Córdoba, beging am 9.9.2001 Selbstmord in seiner Geburtsstadt.
 
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