Futoransky, Luisa: Formosa

Futoransky formFutoransky, Luisa: Formosa
Roman.
Aus dem argentinischen Spanisch von Erna Pfeiffer.
Wien: Löcker, 2017. edition pen, Bd. 68. 299 S., englbr., 19,80 €.
O: El Formosa. Madrid 2009
978-3-85409-864-5
 
Formosa, ein Text mit rätselhaftem, vieldeutigem Titel, präsentiert sich als vielschichtiges, formenreiches Gebilde: teils als fiktive Autobiographie gestaltet, ist es zugleich Roman, Familiensaga und Migrationserzählung.
"Formosa" Unter diesem gemeinsamen Dach finden sich auch eingestreute Essays, Traumberichte, Dialogpassagen, Liebesgeschichten, kulturgeschichtliche Überlegungen und am Ende sogar ein humoristisches Glossar zu verwendeten jiddischen Ausdrücken. Dass seine Autorin ursprünglich als Lyrikerin begonnen hat, hört und sieht man auch ihren Prosatexten an. Sie sind ausgesprochen fragmentarisch, was im Fall einer Exilschriftstellerin nicht verwundert, deren Vita zum Zeitpunkt der fluchtartigen Ausreise aus ihrem Ursprungsland Argentinien 1976 einen nie mehr kittbaren Bruch erfahren hat. Wie bei ihren Vorfahren, die als Jüdinnen und Juden Anfang des 20. Jahrhunderts aus Osteuropa geflohen waren, sollte sich auch ihr eigener Lebensfaden nie mehr nahtlos zusammenknüpfen lassen, blieb er doch unwiederbringlich in abgerissene lose Enden zerfasert, durchtrennt zwischen einem Davor und einem Danach des Exils, einem Diesseits und Jenseits des Atlantiks, zwischen Buenos Aires und Paris. "Ich habe immer an fragmentarische Literatur geglaubt, weil das Leben fragmentarisch ist. Und die Realität bricht immer unvorhergesehen ein", sagt Luisa Futoransky einmal in einem Interview. (Verlagsinformation)

Erna Pfeiffer wurde 1953 in Graz geboren. Nach einem Übersetzerstudium absolvierte sie ein Doktorat aus Romanistik und Slawistik an der Universität Graz sowie Postgraduate-Studien am Instituto Caro y Cuervo in Bogotá, an der Hochschule St. Gallen und am Colegio de México. Seit 1996 ist sie Außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Romanistik der Karl-Franzens-Universität Graz. Sie beschäftigt sich mit feministischen und soziohistorischen Fragestellungen in Literatur und Übersetzung.
Als literarische Übersetzerin hat sie seit 1988 zahlreiche Werke spanischer und lateinamerikanischer Autoren und Autorinnen ins Deutsche übertragen – u. a. Werke von Benito Pérez Galdós, Miguel de Unamuno, Alicia Kozameh, Carmen Boullosa und Luisa Valenzuela.
Sie ist Autorin literaturwissenschaftlicher Werke und Herausgeberin zahlreicher Anthologien mit übersetzten Zeugnissen lateinamerikanischer Literatur.
 
Die Autorin:
 
Luisa Futoransky wurde am 5.1.1939 in Buenos Aires als Tochter und Enkelin einer osteuropäisch-jüdischen Immigrantenfamilie geboren.
Sie studierte Jura sowie Musikwissenschaft und Opernregie in Argentinien. 1976 wurde sie eingeladen, in Tokio Italienische Oper zu lehren. Dies ermöglichte ihr einerseits, der zu jener Zeit in -Argentinien herrschenden Militärdiktatur zu entgehen, war aber auch der Beginn ihres lebenslangen Exils. Die Autorin hat zahlreiche Gedichtbände, Romane, Erzählungen und Essays veröffentlicht, die ins Französische, Englische und Deutsche sowie ins Hebräische, Portugiesische und Japanische übersetzt worden sind. In deutscher Übersetzung liegen bisher einige Lyrik- und Prosaübersetzungen, veröffentlicht in einer Anthologie und in Zeitschriften, vor.
 
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