Kozameh, Alicia: 259 Sprünge (Salto immortale inbegriffen)

Kozameh, Alicia: 259 Sprünge (Salto immortale inbegriffen)
Aus dem argentinischen Spanisch übersetzt [und Nachwort] von Erna Pfeiffer.
Wien: Löcker, 2017. Edition pen, Bd. 60. 185 S., englbr., 19,80 €.
978-3-85409-844-7
O: 259 saltos, uno inmortal. Córdoba 2001.

Das Sprunghafte, Zerrissene, prägt nicht nur die Struktur des Textes, sondern auch das Lebensgefühl der aus ihrem Umfeld gerissenen Figuren: politische Gefangene, Gefolterte, Exilierte. Risse gehen durch die polarisierte Gesellschaft Argentiniens, und so reißt auch der Erzählfaden immer wieder ab, wenn er bis zur Unerträglichkeit gespannt war.
In "259 Sprüngen" setzt sich die argentinische Autorin Alicia Kozameh mit dem Thema Exil literarisch auseinander, einem Thema, das nur fragmentarisch zu erfassen ist. ‚Sprunghaftigkeit' bedeutet im Zusammenhang dieses Romans sowohl das Nicht-Kontinuierliche der formalen Textgestaltung als auch die darin thematisch angerissene Zerrissenheit des entwurzelten Menschen, in diesem speziellen Fall der aus ihrem gewohnten Umfeld, aus ihrem politisch-sozialen Kontext herausgerissenen Frau.
Mit dem großen argentinischen Autor Julio Cortázar, ihrem Landsmann, der die Himmel-und-Hölle-Technik in die Literatur gebracht hat, hat Kozameh sicherlich das Faible für experimentelle Verfahren und gleichzeitiges politisches Engagement gemeinsam. Denn ihre Texte sind keine zweckfrei-formalen Spielereien im leeren Raum postmoderner Beliebigkeit, sondern Form ist hier an Inhalt, Aus-Sage rückgebunden. (Verlagsinformation)
 
Erna Pfeiffer wurde 1953 in Graz geboren. Nach einem Übersetzerstudium absolvierte sie ein Doktorat aus Romanistik und Slawistik an der Universität Graz sowie Postgraduate-Studien am Instituto Caro y Cuervo in Bogotá, an der Hochschule St. Gallen und am Colegio de México. Seit 1996 ist sie Außerordentliche Universitätsprofessorin am Institut für Romanistik der Karl-Franzens-Universität Graz. Als literarische Übersetzerin hat sie seit 1988 zahlreiche Werke spanischer und lateinamerikanischer Autoren und Autorinnen ins Deutsche übertragen – u. a. Werke von Benito Pérez Galdós, Miguel de Unamuno, Alicia Kozameh, Carmen Boullosa und Luisa Valenzuela.
Sie ist Autorin literaturwissenschaftlicher Werke und Herausgeberin zahlreicher Anthologien mit übersetzten Zeugnissen lateinamerikanischer Literatur.
 
Die Autorin:
Alicia Kozameh wurde am 20.3.1953 als Tochter einer jüdisch-arabischen Einwandererfamilie in Rosario, Argentinien geboren. Sie studierte Philosophie und Literatur. Von 1975-1978 wurde sie von der Militärdiktatur inhaftiert; in den Jahren 1980-1984 lebte sie im Exil; Rückkehr nach Argentinien bis 1988. Heute lebt Alicia Kozameh in Kalifornien.
Ihre beiden ins Deutsche übersetzten Romane Patas de Avestruz (dt. 1997 „Straußenbeine“) und Pasos bajo el agua (dt. 1999 „Schritte unter Wasser“ enthalten einerseits zahlreiche autobiographische Elemente und zeichnen sich auch durch innovative literarische Techniken aus. Hauptthemen in ihrem Werk sind Exil und Migration.
 
Titel: