Enríquez, Mariana: Was wir im Feuer verloren

Enriquez FeruerEnríquez, Mariana: Was wir im Feuer verloren
Erzählungen.
Aus dem argentiniscchen Spanisch von Kirsten Brandt.
Berlin: Ullstein, 2017. 238 S., geb., SU, 18,00 €.
O: Las cosas que perdimos en el fuego. Barcelona 2016.
978-3-550-08160-6
 
Argentinien ist ein Land, das heute den viel beschworenen Untergang der Mittelschicht erlebt. Gewalt zieht in den Alltag ein. Traditionen verlieren ihre Gültigkeit und die Gegenwart wird zur Zumutung. Mariana Enríquez schreibt über den Zerfall der Familien, erzählt von Freunden, die sich im Alltag bekriegen, von Häusern, in denen es spukt und in denen Menschen verschwinden. Sie erzählt von Mädchen, die sich selbst verbrennen, von einem Mann, der sich in den dunklen Seiten des Internets verirrt hat und für die Welt verloren ist. Enríquez’ Stimme ist ruhig, gelassen — als sei dies alles ganz normal. Und so erzeugt die Autorin eine enorme Wirkung, entwirft das Zerrbild einer Gesellschaft kurz vor dem Kollaps, einer Demokratie am Abgrund. Mariana Enríquez steht in der Erzähltradition von Borges und Cortázar und doch sind ihre Erzählungen ganz gegenwärtig. Sie gehört zu den wichtigsten Stimmen der jungen lateinamerikanischen Literatur. (Verlagsinformation)
 
Kirsten Brandt, geboren 1963 im hessischen Friedberg, ist freiberufliche literarische Übersetzerin aus dem Spanischen, Portugiesischen und Katalanischen. Sie arbeitete zunächst als Buchhändlerin, bevor sie Anglistik, Lusitanistik und Germanistik in Frankfurt/M. und Hamburg studierte. Zu den von ihr übersetzten Werken gehören Titel von u. a. Roberto Bolaño, Jaume Cabré, Josep Pla und Carme Riera.
 
Die Autorin:
Mariana Enriquez Foto Verlag Hans SchhilerMariana Enríquez wurde 1973 in Buenos Aires geboren.
Sie studierte soziale Kommunikation an der Universität La Plata und arbeitet als Journalistin für diverse Medien.
Enríquez ist eine Prosaautorin, die zur neuen argentinischen Erzählliteratur gehört und hat außer zwei Romanen einige Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht.
Nach dem 2010 in deutscher Übersetzung erschienenen Roman "Verschwinden" wurde 2013 ein kleiner Band mit übersetzten Erzählungen ediert ("Als wird mit den Toten sprachen"). Zwei Prosastücke aus dieser Anthologie erschienen in einer anderen Übersetzung in der Sammlung („Asado verbal", Berlin 2010) und in der Zeitschrift „Lichtungen" (Nr. 123, Graz 2010).
(Foto: © Verlag Hans Schiler)

Titel:

Als wir mit den Toten sprachen
Verschwinden