Schopflocher, Robert: Die verlorenen Kinder

Schopflocher KinderSchopflocher, Robert: Die verlorenen Kinder
Roman.
München: LangenMüller, 2013. 261 S., Pp. 19,99 €.
978-3-7844-3323-3

Im Dezember 2006 besucht der junge Wissenschaftler Enrique Miliani seine Heimat Argentinien. Er hatte sie sieben Jahre zuvor verlassen, weil er sich in den Vereinigten Staaten bessere berufliche Chancen versprach. Aus nächster Nähe erlebt er nun die Tragödie seiner Tante, die unter der letzten Militärdiktatur ihre beiden Kinder verlor, da sie der Guerilla angehört hatten. Dabei enthüllt sich dem Neffen die fatale Geschichte Argentiniens der letzten Jahrzehnte. Seit dem Jahre 1936 hat dieses Land trotz mehrerer vielversprechender Ansätze bislang nicht zu einer echten Demokratie zurückgefunden.Soll Enrique in der von korrupten Politikern heimgesuchten Heimat bleiben oder ihr endgültig den Rücken kehren? Schweren Herzens ringt er sich zu einer Entscheidung durch.
Robert Schopflocher spannt einen großen erzählerischen Bogen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart, um die Dimension der gesellschaftlichen Veränderungen in Argentinien aufzuzeigen.
(Verlagsinformation)

Der Autor:

Roberto Schopflocher Paula SchopflocherRobert(o) Schoflocher wurde am 14. April 1923 in Fürth geboren. 1937 erfolgte die erzwungene Auswanderung seiner Familie nach Argentinien. Schopflocher studierte Landwirtschaft, war Importkaufmann und verwaltete verschiedene jüdische Siedlungen. Er war Autor von Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, die er zunächst in spanischer Sprache veröffentlichte; seit den 90er Jahren schrieb er auch in seiner Muttersprache.
In Deutsch erschienen drei Bände mit Erzählungen „Wie Reb Froike die Welt rettete“ (1998), „Fernes Beben“ (2003) und „Spiegel der Welt“ (2006). „Eine Kindheit“ (1998) und „Weit von wo“ (2010) sind autobiographische Schriften. 2012 veröffentlichte er ein kleines Bändchen mit Gedichten und Abbildungen eigener Holzschnitte. 2013 erschien der Roman „Die verlorenen Kinder“, in dem er das Drama um die verschwundenen Mütter und ihren geraubten Kindern in Argentinien während der Militärdiktatur behandelt. Im Herbst 2015 schließlich wurde sein spannender Roman „Das Komplott zu Lima“ veröffentlicht, der die Judenverfolgung im Südamerika des 17. Jahrhunderts zum Thema hat.
Roberto Schopflocher starb am 23. Januar 2016 in Buenos Aires. 

Foto © Paula Schopflocher