Cortázar, Julio: Rayuela. Himmel und Hölle

Cortazar rayuela st4057Cortázar, Julio: Rayuela. Himmel und Hölle
Roman. Aus dem Spanischen von Fritz Rudolf Fries. Mit einem Nachwort von Christian Hansen.
Berlin: Suhrkamp, 2010. st 4057. 645 S., kt., 14,00 €.
978-3-518-46057-3
O: Rayuela. Buenos Aires 1963.

Rayuela ist die spanisch-argentinische Bezeichnung für das auch hierzulande bekannte Himmel-und-Hölle-Spiel. Und so wie bei diesem Spiel kann in diesem Buch von Kapitel zu Kapitel, vor- und rückwärts gehüpft werden, ganz nach Belieben. Erst am Ende und nach mehrmaligem Lesen wird sich das Ganze erschließen und dennoch kein geschlossenes, beendetes Werk vorzufinden sein. Die Vielfalt der Einfälle und die sprachliche Komposition sind ebenso wie der Inhalt an dieser Stelle nicht darstellbar: Die Leser und Leserinnen sind aufgefordert, sich zum Komplizen (Cortázar) zu machen, und das bedeutet keine geringe Anstrengung.
Klaus Küpper, aus: Bücher zu Argentinien

Der Autor:

Cortazar c SaraFacio SVJulio Cortázar wurde am 26.8.1914 in Brüssel geboren (sechs Tage zuvor war die Hauptstadt Belgiens von den deutschen Truppen eingenommen worden). Als er vier Jahre alt war (nach Ende des ersten Weltkriegs), zogen seine Eltern mit ihm nach Buenos Aires.
Er wurde Grundschullehrer und arbeitete an verschiedenen Schulen in der Provinz. 1944 erhielt er eine Dozentur für französische Literatur in Mendoza. Aus Protest gegen Perón trat er zwei Jahre später von diesem Hochschulamt zurück und wurde Übersetzer für Englisch und Französisch. Cortázar erhielt 1951 ein Stipendium des französischen Staates und arbeitete von 1951 bis 1974 als Übersetzer bei der UNESCO in Paris.
Cortázar war einer der profiliertesten Vertreter der argentinischen Literatur der Gegenwart. Sein Werk ist der neueren englischen und französischen Literatur verpflichtet, insbesondere dem Surrealismus, dem Theater des Absurden und dem Nouveau Roman.
„Der Einbruch des Absurden in die Realität des Alltags, Bedrohung der Identität des einzelnen, Protest gegen die Sinnleere einer technisierten Umwelt sowie die Suche nach der authentischen Existenzform des Individuums bilden die inhaltlichen Kennzeichen der cuentos und novelas, mit denen Cortázar die allgemeine Thematik moderner Literatur aufnimmt." (W. Brand).
Leider sind heute viele seiner Werke, vor allem die Kurzprosa, vergriffen. Dabei sind es gerade die Erzählungen, die ihn als kreativen und originellen Autor bekannt gemacht haben. „Sie bestechen durch die ästhetische Perfektion und ihre erzählerische Strenge." (D. Reichardt)
„Wer Cortázars Bücher nicht liest, ist verloren. Sie nicht zu lesen ist eine schwere, schleichende Krankheit, die mit der Zeit schreckliche Folgen haben kann. Ähnlich wie jemand, der nie einen Pfirsich gekostet hat. Er würde langsam melancholisch werden und immer blasser, und vielleicht würden ihm nach und nach die Haare ausfallen." (Pablo Neruda)
Julio Cortázar starb am 12.2.1984 in Paris.
(Foto: © Sara Facio/Suhrkamp Verlag)

Titel:
Geschichten der Cronopien und Famen