Geschichten vom Ende der Welt

Geschichten WeltGeschichten vom Ende der Welt
Patagonien und Feuerland in der Weltliteratur.
Hrsg. von Gabriele Eschweiler.
Zürich: Edition 8, 2009. 237 S., geb., 21,00 €.
978-3-85990-133-9

Seit jeher hat die Landschaft am „Ende der Welt" für Autorinnen und Autoren, Abenteurer und Forscher eine besondere Faszination ausgeübt. In einer sehr ausführlichen und interessanten Darstellung berichtet Gabriele Eschweiler von den vielen sehr unterschiedlichen „Besuchern", die im Laufe der fast 500 Jahre nach der Entdeckung für kurze oder längere Zeit Station in dieser Region gemacht haben. Gemessen daran ist Auswahl der versammelten Texte gering, jedoch ausreichend und repräsentativ, um der Vielfalt der Landschaften, ihrer Geschichte und ihrer Bewohner einigermaßen gerecht zu werden. Dazu gehören beispielsweise der Augenzeugenbericht von Pigafetta von der ersten Weltumsegelung aber auch die Geschichte von Butch Cassidy und Sundance Kid, die hier eine Zeitlang Unterschlupf fanden. Dazu gehören aber vor allem die literarischen Zeugnisse in Lyrik und Prosa von Pablo Neruda, Gabriela Mistral, Francisco Coloane und Isabel Allende aus Chile (leider wurde von den argentinischen Autorinnen und Autoren nur eine Text von W. H. Hudson ausgewählt, der zudem noch von der englischen Nationalliteratur reklamiert wird), sowie u. a. Albert Camus, Bruce Chatwin, Herman Melville, Jules Verne und Claudio Magris um nur die bekanntesten Namen zu erwähnen. Der schön gemachte Band enthält viele Abbildungen im Text und einige Karten. Empfehlenswert, nicht zuletzt als Anregung und Vorbereitung auf eine Reise.
Klaus Küpper, BzL