[Zentralamerika/Karibik] Karibik und Zentralamerika

alba05 cover-1Karibik und Zentralamerika
[Prosa- und Lyrik-Anthologie]
In: Alba. Heft 05. Berlin 2014. 87 S., br., 6,80 €.
ISSN: 2196-2375

Das Spezial-Heft zum o. a. Thema enthält Texte von hierzulande wenig bekannten Autorinnen und Autoren aus Puerto Rico (Urayoán Noel, Antonio Salvador und Luis Negrón), Kuba (Ángel Santiesteban und Zulema de la Rúa Fernández), der Dominikanischen Republik (Juan Dicent und Rita Indiana), den Bahamas (Christian Campbell) und Guatemala (Pedro Chavajay García und Eduardo Halfon).
Zur Auswahl der Texte heißt es im Editorial: „Eine Literatur, deren Geschichte sich als ein Archipel großer Namen – Darío, Lezama Lima, Asturias, Cardenal – und großer Lücken präsentiert. Eben in letzteren haben wir gesucht, in den unbenannten Winkeln, an den nur scheinbar kahlsten Flecken."
Was dieses Heft zusätzlich reizvoll und für den an der Literatur des Kontinents Interessierten wertvoll macht, sind die drei Essays, bzw. Textbeispiele aus Venezuela und Argentinien. Xolarys Alva Lopez berichtet in ihrem kurzen Essay von der venezolanischen Bewegung El techo de la Ballena vom Anfang der 60er Jahre. Zwei Gedichte von Edmundo Aray und Caupolicán Ovalles ergänzen den Aufsatz über eine hierzulande kaum bekannte Gruppe.
Mit dem Werk des argentinischen Dichters Leónidas Lamborghini (1927-2009) macht der Aufsatz von Gerardo Jorge und die Wiedergabe von zwei Gedichte bekannt, ein Autor, von dem bisher nur ein kurzer Prosatext in Deutsch vorliegt.
Wenig bekannt ist, dass der argentinische Künstler Xul Solar (Oscar Augustín Alejandro Schulz Solari) eine eigene Sprache, das Neocriollo kreiert hat, von denen in diesem Heft Leónce W. Lupette und Lydia Galonska ein paar „spielernste" Übersetzungen präsentieren.
Zwei Texte von Gonzalo Maier (Chile) und Cristian Forte (Argentinien) runden dieses empfehlenswerte Heft ab.
Weil immer noch nicht selbstverständlich: Alle Texte, auch die Erzählungen, sind zweisprachig ediert, mit Quellenangaben versehen und die Autorinnen und Autoren werden mit Kurzbiographien vorgestellt.
Die Cover (hier die Vorderseite) stammen von Pedro Covo aus Kolumbien, dessen Illustrationen bereits in zahlreichen nationalen und internationalen Publikationen erschienen sind.
Klaus Küpper, BzL