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Premio Miguel de Cervantes für Ida Vitale aus Uruguay
 
Ida Vitale wurde am 2.11.1923 in Montevideo geboren. Die Lyrikerin gehörte zu der berühmten „Generación del 45“, einer Gruppe von Kulturschaffenden in Uruguay, zu der u.a. Juan Carlos Onetti, Mario Benedetti, Idea Vilariño und Ángel Rama zählen, die mit ihren übersetzten Werken auch im deutschsprachigen Raum bekannt sind. Nach dem Putsch der Militärs floh Ida Vitale 1973 nach Mexiko, wo sie bis 1984 im Exil lebte. Zur Zeit wohnt sie in Houston/Texas.
Die Jury begründete die Preisverleihung mit der herausragenden Sprachgewalt der Autorin, „die zugleich intellektuell und populär, universell und persönlich, transparent und tief ist.“
Leider liegen nur wenige Gedichte von ihr übersetzt vor, erschienen ausschließlich in Lyrik-Anthologien. Eine größere Auswahl von zwölf zweisprachigen Gedichten, übersetzt von Angelica Ammar, erschien zuletzt in der von Michi Strausfeld 2012 herausgegebenen Anthologie „Dunkle Tiger“. Daraus stammt das folgende Gedicht „Herbst“.
Der Herbst, Hund / mit liebevoll frecher Pfote, / blättert die Buchseiten um. / Fordert Aufmerksamkeit / für seine faszinierenden eigenen, / die vergebens vom Grün zum Gold / zum Rot zum Purpur wechseln. // Wie in der Zerstreuung, / das präzise Wort, / das man für immer verliert.
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